Pinkostar - The Trick Is To Keep Breathing - Cover
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Pinkostar The Trick Is To Keep Breathing


  • Label: F.A.M.E./BMG
  • Laufzeit: 58 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Pinkostar – was ist das überhaupt für ein Name? Die Band selber meint, „pinko“ habe im Italienischen zahlreiche Bedeutungen. Dies ließe sich als Allegorie auf die stilistische Offenheit der deutschen Newcomer aus Hamburg deuten. Abgesehen davon, dass das schon etwas weit hergeholt erscheint, scheint der Name auch ohne die vorherige Erklärung eher an Kindergartenlyrik zu gemahnen als an ernstzunehmende Rockmusik. Dass dem nicht so ist, versuchen „Pinkostar“ auf ihrem Debüt zu untermauern. Tief durchatmen, denn der „trick is to keep breathing“.

Um dem Rock'n'Roll zu Genüge zu tun, wird hier nach der Devise „nicht kleckern, sondern klotzen“ vorgegangen. Geschlagene 58 Minuten wird der Hörer mit allen zugeschüttet, was man entfernt als deftige Rockmusik bezeichnen könnte. Wie fühlt sich das an? Von den fesselnden Stückelriffs des gefälligen Openers „Low, Let Down and Far Away“ über den eher müden Titelsong „Keep Breathing“ kommt Track drei, „Too Many Scars“ einem schon wie ein angemessener Schlag in die Magengegend vor. Dicker Sound mischt sich hier mit einem talentierten Sänger und man ist gespannt, zu welchen Auswüchsen diese Band über die 15 Tracks noch imstande sein wird.

Das hört sich einmal heftig wie in „Buenos Dias“ an, dann fast weinerlich im pianoseligen „No One’s Control“, dessen Pathos leider etwas peinlich daherkommt. Dazwischen viel Rock-Standard, der leider selten eine große Melodie besitzt und dessen Produktion hier und da etwas eindringlicher hätte sein können. Denn zwischen den durchaus starken Liedern wie dem rhythmischen „Take The Bliss“ und der fesselnden Liebeserklärung „Solar Girl“ findet sich viel zu viel Füllmaterial, das nahezu unbemerkt am Hörer vorbeizieht.

„Rock'n'Roll“ made in Germany. Ein leidiges Thema, das durch diese eher unnötige Ware der vier Hamburger ein weiteres Mal aufkommt. Denn nach myballoon’s neuen Werk, dass als noch um einiges durchschnittlicher zu betrachten ist, hinterlässt auch „The Trick Is To Keep Breathing“ keinen besonderen Nachgeschmack. Nicht einmal einen schlechten, schließlich ist das Songwriting von „Pinkostar“ zweifellos erhaben, über 58 Minuten allerdings fragt man sich dann doch, wer das überhaupt hören soll. Leider ein weiteres Mal unnötige Musik aus deutschen Land mit ein, zwei Ausnahmen.

Anspieltipps:

  • Too Many Scars
  • Solargirl
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