The Rasmus - Dead Letters - Cover
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The Rasmus Dead Letters


  • Label: Motor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 39 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Für Musik, wie sie auf „Dead Letters“ gepaart mit sinnfreien Texten, präsentiert wird, sollte man von The Rasmus einen Waffenschein verlangen.

Man stelle sich mal vor, die Backstreet Boys wären nicht in der Versenkung verschwunden, sondern würden nur ihr Konzept ein wenig umkrempeln. Von ihren Produzenten würden sie sich loslösen, würden sagen: Das können wir jetzt auch allein. Das Gel würden sie ausbürsten und das Haar ein wenig verfilzen lassen. Und dann würden sie noch schnell die Musikschule besuchen, und raus kommen würde der perfekte Klon von The Rasmus.

Die derzeit schwer erfolgreiche Combo aus Skandinavien liefert den perfekten Beweis dafür, dass auch eine Gitarrenband das Zeug zur Boygroup hat. Fernab von den Pseudo-Gitarren von Natural oder Busted präsentieren die Vier waschechte Riffs, die sich an allem bedienen, was zwischen Bon Jovi und AC/DC liegt. Das Ganze wurde in der Produktion auf ein fast schon unerträgliches Maß glattgebügelt, um jedwede Ecke oder Kante beraubt und mit – ähem – unwiderstehlichen Melodien versehen.

Man ist geradezu geschockt, wie aalglatt diese Melodien runtergehen, die ja durchaus zu gefallen wissen und wie sehr eine Rockband an 'N Sync und Co. erinnern kann. Dabei erreichen die Lieder oft eine erschreckende Gleichförmigkeit. Stets wird recht leise losgepluckert, ehe sich die Spannung entlädt und das übliche Refrain – Strophe – Bridge – Refrain Schema eiskalt heruntergespült wird. Ausnahmen gibt es – und das sagt sich so leicht – wirklich nicht. Bei „Not Like The Other Girls“ paaren The Rasmus Metal-Gitarren mit schmalzigem Gesang, was ja nun wirklich nicht sein muss. „First Day Of My Life“ ist an sich ein nettes Lied mit gutem Intro, aber muss es deswegen gleich fünf Songs auf der Platte, die genauswo klingen?

Spätestens bei Lied sechs, dem unsäglich langweiligen „Guilty“ sind dem Hörer die netten Melodien und braven Hooks jedenfalls zutiefst zuwider und man lechzt nach einem Break oder einem feinen Rhythmuswechsel. Aber nein, die Finnen spielen ihr Programm erbarmungslos bis zum Ende runter, ehe ein scheußlicher Techno- Remix der „In The Shadows“- Single dem ganzen endgültig den Todesstoß versetzt. Bei aller Melodieseligkeit, die definitiv vorhanden ist, sei daher gesagt: Für Musik, wie sie auf „Dead Letters“ gepaart mit sinnfreien Texten, präsentiert wird, sollte man von The Rasmus einen Waffenschein verlangen.

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