The Neptunes - Present... Clones - Cover
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The Neptunes Present... Clones


  • Label: Arista/BMG
  • Laufzeit: 64 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Liste der von den Neptunes produzierten Smash-Hits ist endlos lang. So wollten Rapper wie Mystikal („Shake ya ass“), Nelly („Hot in Herre“) und Snoop Dogg („Beautiful“) für ihre jeweiligen Alben nicht auf Produktionshilfen des erfolgreichsten und innovativsten Produzentenduos aus Virginia Beach verzichten. Aber auch für andere Musikgenres sind die Neptunes offen. Britney Spears („I’m a slave 4 u“/„Boys“), *N Sync („Girlfriend“) und Justin Timberlake („Like I love you“/„Senorita“) sind nur einige Beispiele aus dem Pop-Bereich. Es dürften nur die wenigsten noch nicht zu einem Beat der Neptunes getanzt haben. Unter dem Künstlernamen Neptunes verbergen sich Pharrel Williams und Chad Hugo, die sich bereits seit der Junior-Highschool kennen. Schon damals standen beide hinter den Mischpulten.

Entdeckt wurden Sie von Blackstreet-Sänger und Produzent Teddy Riley, der deren Talent auch gleich für einige Blackstreet-Produktionen nutzte. Anschließend zogen die beiden ihr eigenes Ding durch und produzierten auf Alben für Total und den damaligen Bad-Boy-Schützling Ma$e („Harlem world“). Zusammen mit Sänger Shay Haley, einem weiteren Highschool-Kumpel gründeten sie die Band N.E.R.D. (= No-one ever really dies). Auf ihrem zweiten Album „In search of ...“ vermischen N.E.R.D. HipHop-beats mit Pop, Rock und New wave-Elementen. Die Vorliebe für die verschiedenen Musikfacetten erhielten die beiden dadurch, dass Pharrel in der Nähe von Bikergangs aufwuchs, die Rockmusik wie AC/DC hörten. Bei den Eltern wuchs er mit Black-Music auf (Kool & the gang, Earth, wind & fire). Dies spiegelt sich auch bei der Auswahl und Förderung der Interpreten in eigenen Reihen wieder. Spymob (Rock), The high speed scene (Pop Punk), Super cat (Reggae), Kelis, Vanessa Marques, Kelly Lovesque (R&B) und die Rapper Rosco P. Coldchain, Clipse, Fam-Lay stehen beim Neptunes-Sublabel Star Trak unter Vertrag. Dieses Team soll bald um Country-Sängerin Christie Carter erweitert werden.

Die meisten dieser Schützlinge, sowie das Who-is-who des Rapbiz wurden auf die Compilation „The neptunes present ... clones“ gepackt. Dieses mal drehten die Neptunes den Spieß um und luden massig Gast-Rapper (mit denen sie bereits vorher schon zusammenarbeiteten) für ihr Album ein, um mit selbigen Tracks zu schreiben und zu produzieren. Als da wären: Busta Rhymes, Clipse, Ludacris, Nelly, Snoop Dogg, Jadakiss, N.O.R.E., Dirt McGirt und Nas, die es sich nicht nehmen ließen von den Neptunes produziert zu werden.Die erste Singleauskopplung von „Clones“ ist der funkige Sommerohrwurm „Frontin’“ mit Rapper Jay-Z“, mit dem er bereits sehr häufig zusammenarbeitete. Die Anfänge nach dem mit Sound unterlegtem Einzählintro macht jedoch jemand anderes. Busta Rhymes heizt mit „Light your ass on fire“ erst mal richtig ein, wobei der Beat für diesen Song bei häufigerem Anhören etwas nervig werden kann. Syntesizer-Trommeln und Lasergeräusche begleiten den energischen Rap von Busta Rhymes und den Chorus von Pharrel Williams. Besser gelungen ist der Beat zu „Blaze of glory“ von Clipse (featuring Pharrel & Ab-Liva), mit kräftigen Trompeten- und Klatschgeräuschen, der wesentlich abwechslungsreicher wirkt. Alle die nun dachten, es geht nun mit dem nächsten HipHop-Track weiter, der wird mit der R&B-Nummer „Good girl“ von Vanessa Marquez eines besseren belehrt. Der Gesang dieser Dame bereitet schon mal Vorfreude auf mehr. Die vierköpfige Pop-Rock-Band Spymob bestehend aus John Ostby (Gesang, Keyboard), Eric Fawcett (Drums, Gesang), Brent Paschke (Gitarre, Gesang) und Christian Twigg (Bass) haben bereits ein Jahr voller Live-Konzerte und TV-Auftritte hinter sich gebracht und sind mit „Half steering“ auf der Compilation vertreten.

Der Kurzsong „Fuck n’ spend“ von Punk-Band The high speed scene gibt schon mal Vorgeschmack für Fans des Punk-Rocks. Max Hart (Gesang, Gitarre), Domen Vajevec (Bass) und Adam Aaronson (Drums) erinnern mit diesem Song doch sehr an Green Day und deren Hit „Basket case“. Für jamaikanische Klänge sorgt Super cat mit Gast-Rapper Jadakiss und dem Titel „The don of dons (put de ting pon dem)“, womit ihm kein Dancehall-hit (derzeit total im Trend) in vergleichbarer Sean-Paul-Manier gelingt. Danach folgen erneut Songs aus der Black-Music-Szene. Die Star-Trak-Schützlinge Pusha T (Terrence Thornton) und Malice (Gene Thornton), sprich Clipse präsentieren ihre Neufassung von „Cot damn“ (aus dem 2002 erschienenem Album „Lord Willin’), die sich nun „Hot damn“ nennt und sich als wenig verändert erweist. Bis auf die leichte Veränderung der Lyrics, Hinzufügung von neuen Raps und Pianoklängen lässt sich kaum ein großer Unterschied feststellen. Wieso sollte man auch großartig etwas an einem gelungenem Song ändern? Nach längerer Zwangspause kehrt auch ein alter Bekannter des Wu-Tang-Clans aus dem Gefängnis zurück. Kein geringerer als der neu bei Roc-a-fella-Records unter Vertrag genommene Russel Jones, alias Dirt McGirt, vielen noch als Ol’ Dirty Bastard bekannte Rapper präsentiert mit „Pop shit“ (featuring Pharrel) neues Material. Wie gewohnt rappt er sehr aggressiv in ODB-Manier, wobei die absoluten Highlights andere setzen. Dazu gehören Snoop Doggs „It blows my mind“, einer chilligen Nummer oder „If“ von Nelly in bekanntem St.-Lunatic-Style. Die Bestleistung in Sachen Rap und Sound liefert N.O.R.E. mit dem Club-burner „Put em’ up“ (featuring Pharrel) ab.

Limited Edition:

Die Limited Edition mit zusätzlicher Bonus-DVD enthält drei Musikvideos zu Tracks aus der Compilation („Frontin’” von Pharrel featuring Jay-Z, “Hot damn” von Clipse featuring Ab-Liva, Pharrel & Rosco P. Coldchain und „Rock n’ roll” featuring Fam-Lay) und einem Kurzfilm über die Neptunes „The eighth planet“, worin dem Zuschauer nicht nur ein kleiner Einblick in den Produktionsalltag gewährt wird, sondern auch geführte Interviews mit Clipse, Fam-Lay, Rosco P. Goldchain, Pharrel Williams und Chad Hugo gezeigt werden.“The Neptunes present … clones” verbindet viele Musikgenres und bietet daher für fast jeden etwas, wobei doch eher HipHop- und R&B-Fans zu dieser Platte greifen werden. Man hätte was den Sound mancher Songs angeht, mehr von der Beats-Maschinerie The Neptunes erwarten können; man muss aber auch sagen dass diese Tracks mit weniger gutem Beat dennoch nicht schlecht sind und sich an einer Hand abzählen lassen.

Anspieltipps:

  • Frontin’
  • Good girl
  • It blows my mind
  • Hot damn
  • Put em’ up
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