H.I.M. - Deep Shadows And Brilliant Highlights - Cover
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H.I.M. Deep Shadows And Brilliant Highlights


  • Label: Gun/BMG
  • Laufzeit: 58 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ville Valo ist ein exzentrischer Mensch. Als vor einigen Jahren "Baby Join Me In Dead" über seine Lippen in die Ohren eifriger Radiohörer glitt, wurde HIM schlagartig bekannt, wie es sonst nur die Backstreet Boys es in Deutschland waren. Musikkritiker waren darüber außerordentlich erfreut, war doch seit Jahren kein Rocksong mehr auf Platz eins der Charts. Man wusste nicht so genau, wie HIM auf diesen plötzlichen Ruhm und den außerordentlichen Erfolg ihres Zweitlings "Razorblade Romance" gefasst sein würden.

Die Antwort kam vor ein paar Wochen in die Plattenläden: "Deep Shadows and Brilliant Highlights" heißt vielsagend das dritte Album von HIM, das über deren weitere musikalische Karriere entscheiden könnte. Dachten manche nach Him's Debüt "Greatest Love Songs Vol. 666" noch, HIM könnte so etwas wie eine Gothicband sein, so zeigt doch das neueste Werk sehr deutlich, dass HIM eine völlig normale Mainstreamband geworden sind. Ville Valo hat gutes Songwriting betrieben, in allen Songs finden sich schöne Hooklines, aber das kann sein Kollege Paul Waaktaar-Savoy von a-ha auch: Hört man sich das Album an, sucht man verzweifelt nach den prägnanten Riffs, wie sie Songs wie "Right Here In My Arms" noch hatten. Nein, man wird nicht fündig werden, das neueste Werk ist trotz aller Exzentrik ihres Autors Valo ein mainstreamiges Popalbum, mit viel Elektronik und noch weniger Gitarren.

Hatte man HIM bei ihrem Zweitling das Prädikat "Gothic" schon aberkannt, folgt nun die Wegnahme des Prädikats "Rock". Schlecht ist das alles nicht: Melodien und durchaus innovative Einflüsse geben sich hier die Hand, dennoch ist der Songaufbau erschreckend mustergültig, der Refrain ist fast immer eine Temposteigerung mit emotionalerem Gesang. Bis "Pretending" fällt das kaum auf, doch danach ringen die folgenden Songs wild um ihre Eigenständigkeit. Positiv fallen das feine "In Joy And Sorrow" und "Salt In Our Wounds" auf, unter den überdurchschnittlich guten Einheitsbrei fällt das nervige "Pretending" und das über-emotionale "Beautiful". Texte konnte Ville Valo noch nie so richtig überzeugend schreiben, "Love You Like I Do" fällt da schon sehr billig aus dem Rahmen.

Ansonsten ist das neue Machwerk der vier Finnen ein nettes Stück Musik, dass sich jedoch zum Vorwurf machen lassen muss, a-ha ähnlicher zu sein als beispielsweise Paradise Lost. Ville Valo ist zu anpassungsfähig, werden alte Fans sagen, alle anderen sind zufrieden.

Anspieltipps:

  • Salt In Our Wounds
  • In Joy And Sorrow
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