Live - V - Cover
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Live V


  • Label: MCA/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 52 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Live kennt in Deutschland noch immer kaum jemand. Warum das so ist, kann letztlich nur an zu schlechter Vermarktung liegen. Wann gelingt der Durchbruch? Schaut man sich Live's neuestes Werk an, glaubt man zu spüren, dass der Höhepunkt des Schaffens von Ed Kowalcyzk und seinen Mannen bereits erreicht wurde und es nur noch abwärts geht.

"Throwing Copper", Live's Zweitling war ein Meisterwerk erster Güte, "Secret Samadhi" und "The Distance To Here" waren da zwar etwas weniger stark, aber auch grundsolide Alben. Mit "V" nähern sich Live allmählich ihrem Ende. Das hört sich jetzt alles ganz negativ an, aber dem ist (noch) nicht so. Die 14 Songs sind nett anzuhören, unkonventionell und nicht so mainstreamig, wie es moderne Rockbands zur Zeit sind. Teilweise hören sich die vier Amerikaner sogar richtig verschroben an, wenn sie "Where the Boys in LIVE? - They're pissing in the mainstream" singen, bzw. spielen. Auch "OK?" hört sich wie nichts an, was man bisher von Live zu hören bekam. Die Gitarren kreischen auch merklich häufiger als noch in den Vorgängern und Ed Kowalcyzk (der seine Haare offenbar wiedergefunden hat) mutet in Songs wie "Flow" wie ein Eunuch an.

Die vorab ausgekoppelte Single "Simple Creed" enthält Samples von Live - Freund Tricky, der dem sonst extrem weltverbesserlichen Song einen etwas düsteren Touch verpasst. Aus dem teilweise etwas poppiger gewordenen Rahmen ("Deep Enough", "Transmit Your Love", "Hero Of Love") fällt das wunderschöne "Overcome", das vollständig auf Gitarren verzichtete und nur von zuckersüßen Streichern lebt. "Forever May Not Be Long Enough" hört sich an wie moderner Pop und passt nicht wirklich in den "Kontext" des Albums, was aber auch daran liegt, dass es für den Film "Die Mumie kehrt zurück" geschrieben wurde.

Alles in allem ist Live auch mit dem fünften Album ein guter Coup gelungen, wenn auch die alte Faszination der Vorgänger etwas verloren ging und die Songs dann doch zu chaotisch zusammengewürfelt wirken. Live-Fans freuen sich über neue Impulse ihrer Band, Neueinsteiger über die teilweise erhöhte Zugänglichkeit.

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