Muse - Origin Of Symmetry - Cover
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Muse Origin Of Symmetry


  • Label: Motor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 55 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer Musik hört, um gute Laune zu bekommen, der wird sich mit Matthew Bellamy Musik-gewordenem Seelenschmerz nur schwer anfreunden können.

Eigentlich sollte man diesem Album mindestens 10 Punkte geben. Wenn nicht gar 11. Aber da reicht ja die Skala nicht aus. Deshalb also 7 Punkte. Warum? Lesen Sie dieses Review und Sie werden es erfahren.

Muse sind eine dreiköpfige, walisische Band mit einem klaren Vorbild, das einem ständig Déjà-Vu - Erlebnisse bereitet, denn Songs wie "New Born" erinnern frappierend an Radioheads Werke wie "Paranoid Android". Dennoch ist es den drei jungen Briten gelungen, etwas eigenständiges zu kreiren. Das fängt schon bei der Lautstärke an. Bis auf zwei Stücke ("Micro Cuts", "Screenager") veranstalten die Drei teilweise eine wahre Lärmorgie. Richtig heavy, teilweise sogar absurd-punkig ("Hyper Music"). Verwendet wird auch öfters der Synthesizer mit dem wahrhaft himmlischen Intro bei "Bliss", eines der Highlights der Platte. Rockmusik kann man das teilweise jedoch nicht mehr nennen, zu unkonventionell ist der Großteil der Tracks. Dennoch ist es Muse gelungen, bei weitem nicht so verschroben rüberzukommen wie Radiohead in seinen neuesten Werken. Vor allem die ersten sechs Stücke sind echte Ohrwürmer mit Suchtfaktor. Sobald Musik Suchtfaktor entwickelt, ist sie genial und wer sich "Citizen Erased", das musikalische Highlight der CD, zweimal anhört, wird kaum mehr davon los kommen. Es sei denn, er ist Nu-Metal-Fan.

Denn hier beginnt auch die Schwäche der CD: Sänger Matthew Bellamy singt so, als sei er der endgültig letzte Kastrat, wie als würde er fürchten, dass ihm seine Stimmbänder bald rausgeschnitten werden. Muse machen Musik, die man wirklich nur mögen kann, wenn man eine gewisse Toleranz für Stimmenakrobatik aufbringen kann. Sonst wird der geneigte Hörer ständig die Stereoanlage oder besser den Sänger anflehen, sich doch mal bitte zusammenzureißen. Gerade die Songs, in denen Bellamy all sein Leid mit Kopfstimme heraustrillert, sind größtenteils die Schwächeren, bleiben aber im Großen und Ganzen eine Minderheit. Es überwiegen wirklich Ohrwürmer wie "Plug In Baby", die man immer wieder gerne anhört. Radiohead's Frühwerken "The Bends" oder "OK Computer" kommen die Drei nicht gleich, vielen werden ihre eingängigen Songs jedoch lieber sein als die neuerlichen musikalischen Apokalpysen, die Radiohead auf den Markt wirft. Wer Musik hört, um gute Laune zu bekommen, der wird sich mit Matthew Bellamy Musik-gewordenem Seelenschmerz jedoch nur schwer anfreunden können.

Anspieltipps:

  • Hyper Music
  • Citizen Erased
  • Plug In Baby

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