Placebo - Without You I´m Nothing - Cover
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Placebo Without You I´m Nothing


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 56 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Album beweist einfach, dass die drei trotz ihrer augenscheinlichen Perversion musikalisch wirklich etwas drauf haben.

Mit ihrem zweiten Album hat Placebo gezeigt, dass diese Band weiterhin eine große Rolle in der Musikszene spielen werden. Nach dem Debut "Placebo" nun also "Without You I'm Nothing". Und wie hört sich das an? Unvergesslich, soviel bleibt zunächst festzuhalten.

Dass Placebo und allen voran Brian Molko mit seiner Zwitterstimme anders als alles bisher dagewesene ist, legt sich nicht nur in der elektronisch-psychodelisch geprägten Gitarrenmusik nieder: Nein, auch die Texte kann man getrost als krank bezeichnen. "A friend in need's a friend indeed - A friend who bleeds ist better" sei hier nur mal ein Beispiel aus dem exzelleten Opener "Pure Morning". Doch trotz allem macht das Duo, zusammengesetzt aus amerikanischen, englischen, schwedischen Elementen und nicht zu verneinenden Einflüssen aus Luxemburg und dem Libanon einfach gute Musik. Die unverwechselbare Stimme von Sänger Brain Molko kommt dermaßen emotional daher, dass dem Hörer schon mal die Gänsehaut kommt. Stefan Olsdal brilliert mit drückenden Basslinien und exzellenten Keyboardarrangements und Schlagzeuger Steven Hewitt (übrigens der einzige Hetero der Band) macht seine Arbeit auch sehr solide. Dabei ist die CD stets abwechslungsreich. "Brick Shithouse" wirkt wie die Ausgeburt des Vulgären. "You don't care about us" ein eingängiger Song, der dennoch unkonventionell wirkt. "Without You I'm Nothing", der Titelsong ist indes eine musikalische Offenbarung, die für Gänsehautatmosphäre sorgt. "Every You, Every Me", der Song, der Placebo weltweit bekannt machte ("Cruel Intentions") ist ohnehin einer der besten Songs des letzten Jahrzehnts. Weiterhin ist auch das unglaublich flotte und geniale "Scared of Girls" zu nennen, der Schlusssong "Burger Queen" bildet schließlich einen wohlklingenden Abschluss (es sei denn der Bonustrack wird entlarvt...).

Das Album beweist einfach, dass die drei trotz ihrer augenscheinlichen Perversion musikalisch wirklich etwas drauf haben. Dennoch sollte sich niemand vom Booklet, das Bilder von geschlechtslosen Halbleichen liefert, abschrecken lassen: Placebo ist ein Muss für Chartsgeschädigte, denen BSB, Modern Talking u.ä. zum Hals raushängen.

Anspieltipps:

  • Scared of Girls
  • Brick Shithouse
  • Burger Queen
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