And You Will Know Us By The Trail Of Dead - Source Tags And Codes - Cover
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And You Will Know Us By The Trail Of Dead Source Tags And Codes


  • Label: Motor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 60 Minuten
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10/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Es ist gar nicht so lange her, da zählten viele Rockbands auf Minimalismus, hießen Weezer oder Jimmy Eat World und schrieben erstklassige Songs. Auf der anderen Seite gab es Bands wie Oasis, die sich dem gigantesken Overstatement verschrieben und mit Pathos nur so um sich warfen. Ein Spagat zwischen diesen zwei Arten gelang "...And You Will Know Us By The Trail Of Dead" schon damals, aber nun sind die vier Amerikaner auf dem Weg, neben der Fachpresse auch eine breitere Masse anzusprechen.

Dazu trägt natürlich das dritte Album "Source Tags & Codes" bei, das abermals den Retrorock der Strokes ("Baudelaire") sowie Emocore ("Another Morning Stoner") bündelt und nebenbei dem Ganzen mit dem schier erdrückenden "Homage" die Hardcore-Krone aufsetzt. Trotz der hohen Tiefe mündet ihr Sound nie in einen experimentellen Pseudoinnovations-Brei, wie man ihn weiß Gott unlängst von nicht wenigen Rockbands hören musste. Mag die Stimme des manchmal schier am Abgrund balancierenden Sängers manchmal auch einen Ton daneben liegen, so scheint sich dies doch letztlich nur in ein unwiderstehliches Soundgefüge von kurzen und knappen Songs voller Melodie einzufügen. Das hat vor ihnen in den letzten zehn Jahren allenfalls "Radiohead" geschafft und vielleicht teilweise noch die Akrobaten von "Muse".

Doch "Trail Of Dead" ist eigenständig, bündelt alle Energien, für die Rock'n Roll (einmalig die Rockhymne "Days Of Being Wild") einst stand, wechselt dabei zwischen den verschiedensten Einflüssen und liefert Melodien, die sich wie selbstverständlich in die Gehörgänge fressen und in ihrer Art nichts anderes als genial sind. Einmal das nahezu unglaubliche "It Was There That I Saw You" mit einem Refrain, der in seiner Melodieführung einen sehr innovativen Weg geht und einen umwerfenden Soundteppich erzeugt. Zum Anderen sticht aus der durchweg erstklassigen Masse der Songs "How Near How Far" heraus, das trotz oder gerade wegen seiner unverschämten Einfachheit eine Gänsehaut erzeugt und nebenbei noch ein Ohrwurm ist, um den sich andere Bands ein Leben lang bemühen, ohne ihn jemals zu erreichen.

Dem Reigen vom Höchstwertungen seitens der Fachpresse muss man sich also anschließen: Auch nach intensiver Durchhörung gelang es auch bei Filmstarts.com nicht, überhaupt einen schwachen Song zu finden. Jeder Track, sei es das wunderschöne Intro "Invocation" oder der famose Schlusstrack, ist auf seine eigene Art und Weise genial. Diese Tatsache gepaart mit den innovativen Einflüssen der Band lässt keine Beurteilung als die Höchstwertung zu. Kurzum: Ein absolutes Meisterwerk.

Anspieltipps:

  • It Was There That I Saw You
  • Baudelaire
  • Homage
  • How Near How Far
  • Days Of Being Wild
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