Gary - The Lonely Cnorve Machine - Cover
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Gary The Lonely Cnorve Machine


  • Label: Jive/ZOMBA
  • Laufzeit: 43 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf ihrem Debüt präsentieren die Drei von Gary Songs, die so etwas wie eine Collage aus den letzen 10 Jahren Rockmusik bilden.

Lassen wir mal von vorne herein eines außer Acht: Die deutsche Newcomerband Gary hat mit Robert Stadlober einen überaus talentierten, deutschen Jungschauspieler als Sänger und Gitarristen vorzuweisen. Ob man das jetzt belächelt oder ob man sich als die angepeilte Zielgruppe auf die Platte stürzt (die das Label übrigens mit Britney Spears teilt), sei jetzt auch mal hinten angestellt.

Auf ihrem Debüt präsentieren die Drei von Gary jedenfalls Songs, die so etwas wie eine Collage aus den letzen 10 Jahren Rockmusik bilden. Ob Punkpop à la Blink 182, halbaggressiver Postgrunge oder melancholische Radiohead/Slut-Orgien ("Come Back Glowing"), hier findet sich alles auf einem Nenner zusammen. Fragt sich bloß, ob ein guter Nenner gefunden wurde. Das muss im Wesentlichen leider verneint werden, denn die Songs beinhalten rein musikalisch größtenteils keine neuen Ideen und entbehren auch teilweise überhaupt irgendeiner professionellen, interessanten Produktion. So mutet gleich der Opener "Mondaytuesday" wie eine misslungene Kreuzung aus The Cure und Sum 41 an. Zwar sind Gary mit ihrer zugegebenermaßen etwas hölzern wirkenden "Wir sind schlecht angezogen und schreiben melancholische Songs"-Attitüde durchaus in der Lage, eingängige, aber auch ein bisschen verschrobene Stückchen Rockmusik herunterzuspielen. Rein textlich betrachtet ist ihr Debüt hingegen reich an Banalitätsgipfeln ("Hey, how are you? How's your girlfriend, is she feeling alright?") und wirkt in Kombination mit den sich teilweise doch recht ernstnehmenden Songs dann doch eher armselig. Was fehlt, ist die Aussage, der Hintergrund der Songs, die so wirken, als seien sie mal eben so auf die Platte geschmissen worden.

Dennoch muss man der Band musikalisches Können und ein Gespür für nette Melodien attestieren, denn die Platte bietet eingängige Hooks und wird relativ anspruchsvolle Leute, die "Crazy" für Kunst halten, sicher satt machen. Für ein wirklich reichhaltiges Stück Indie-Rock, so hört sich das jedenfalls an, finden sich auf der Platte einfach viel zu viele Totalausfälle wie das völlig unnötige "Impossible Day" mit seiner peinlichen Pseudomelancholie oder das schlichtweg schlechte "Covered Eyes". Auf dem Weg zu einer ernstzunehmenden Rockband fehlt es also noch an einigem, was aber eine derartige junge Band sicher noch einholen kann. Vielleicht ist Herrn Stadlober aber einfach anzuraten, in Zukunft mehr in Richtung Film zu arbeiten, das kann er ungleich besser.

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