No Doubt - Rock Steady - Cover
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No Doubt Rock Steady


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 50 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Endgültig auf dem Boden der Tatsachen angelangt sind inzwischen No Doubt. War ihnen vor Jahren ein zugegebenermaßen absolut erstklassiger Hit, nämlich "Don't Speak" gelungen, der zu den besten Popnummern der Neunzigerjahre gezählt werden kann, bleibt auch der neueste Auswuchs "Rock Steady" eine Wiederholung des Hits schuldig. Offenbar war man sich bei No Doubt von vorne herein darüber im Klaren, dass man nicht in der Lage sei, den Hit von damals zu toppen, und so schrieb man in erster Linie Songs, die vollständig auf Gitarren verzichten und viel zu häufig Dancefloor-Popnummern billigster Natur sind.

Der Konsum der Platte ist mit winzigen Ausnahmen ("Don't Let Me Down") ein äußerst bitteres Stück Pop, das über dahinquietschende Keyboardbeats und die mit der Zeit äußerst nervigen Gesangspassagen von Gavin Rossdale-Konkubine Gwen Stefani kaum einmal hinaus kommt. Es erscheint einigermaßen armselig, dass No Doubt ihre Gitarren offenbar verbrannt und nur dazu herausgeholt haben, um ein paar Highlights zu produzieren, die der Platte einen noch schlechteren Eindruck ersparen. So kann man "Platinum Blonde Life" zu einem relativ gut gelungenem Stück Popmusik bezeichnen, während hingegen schlechter Ska und langweilige Balladen überwiegen. Die nicht gerade von Ideenreichtum strotzende Singleauskopplung "Hey Baby" gehört zu den miesesten Machwerken der Platte. Beats wie bei "Hella Good" sind weder zeitgemäß (klingt wie der Soundtrack zu einem schlechten C64-Spiel) noch sind sie wohlklingend, was man ja wenigstens von Popmusik erwarten könnte. Aber nein, es geht weiter und No Doubt liefern am Fließband Pseudo-Reggae ("Underneath It All") und miesen Pop, der in seiner Qualität nicht mal Jennifer Lopez erreicht. Ein kleiner Hoffnungsschimmer ist das gute Bassspiel von Tony Kanal, dass einige Songs durchaus aufwertet.

So muss eine noch tiefere Wertung ausbleiben, dennoch ist "Rock Steady" eine Enttäuschung, die nur selten an alte No-Doubt-Stärken anknüpft. Die Empfehlung an No Doubt muss also lauten, in Zukunft das Experimentieren sein zu lassen und statt eines rockigen Titels beim nächsten Album auch innerlich mehr auf die gute alte Klampfe zurückzugreifen.

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