a-ha - Lifelines - Cover
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a-ha Lifelines


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 55 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Für Fans ist das Album aufgrund einiger gelungener Songs durchaus zu empfehlen.

Im Jahre 2000 schien den Herren von a-ha die Zeit reif für ein Comeback. Müde lächelnd nahm damals die Fachpresse die neuen a-ha-Aufnahmen entgegen, die unter dem bedeutungssuchenden Titel "Minor Earth Major Sky" in die Kategorie "bemitleidenswertes Comeback" hätten wandern sollen. Doch wer hätte es gedacht: Das Comeback des 80er-Popdreiers kam erstaunlich solide daher und lieferte dermaßen relaxte Songs wie "Summer Moved On", dass Hits wie "Take On Me" plötzlich ganz nahe wirkten. So konnte man erfreut sein über ein gelungenes Comeback. Und jetzt, 2002, "Lifelines" zu deutsch "Lebenslinien". Ob sich hinter dem wiederum bedeutungsschwangeren Titel auch eine interessante CD verbirgt?

Nicht unbedingt. Schon im Voraus versprühte die erste Auskopplung "Forever Not Yours" nicht vielmehr als 08/15-Charme und man musste schon Berufsoptimist sein, um jetzt eine Offenbarung von "Lifelines" zu erwarten. Und so wandert der gleichnamige Opener unter die Kategorie "ganz nett", während Songs wie "You Wanted More" oder "Cannot Hide" dann doch stark enttäuschend sind. Entsetzt drückt ein nach Ohrwürmern aus früheren Jahren lechzender Finger über die "Next Song"-Taste und kommt mit "There's A Reason For It" endlich wenigstens halbwegs solide a-ha-Kost. "Time And Again" ist dann der erste, richtig gute Song, weil er einfach durch Intensität und Dichte überzeugt, und mit dem poppigen, aber durchaus innovativen "Did Anyone Approach You" macht sich allmählich Erleichterung breit. Doch die wird bald zunichte gemacht. Während "Afternoon High" noch erträglich ist, versetzt das am Rande der Lächerlichkeit balancierende "Oranges On Appletrees" den Hörer in einen nahezu lethargischen Zustand. Da helfen auch gute Songs wie "A Little Bit" oder "Less Than Pure" nicht weiter. Vom Status des absoluten Standard-Machwerks weicht nämlich nur noch "Turn The Lights Down", das mit einem kitschigen, aber angenehmen Duett aufzuwarten weiß, ab.

Ansonsten hat sich a-ha selbst und eigenhändig mit "Lifelines" einen durchaus empfindlichen künstlerischen Einbruch geleistet. Es finden sich einfach zu wenige Highlights und zu viele, völlig unnötige Nummern auf dem einstündigen Tonträger.

Entlud sich bei "Minor Earth Major Sky" noch der kreative Stau aus fast 10 Jahren Künstlerpause in einem Werk voller musikalischer Kleinode, ist "Lifelines" das Dokument einer gesättigten Pop-Band, die nur noch solides Handwerk liefert und ihre besten Zeiten offensichtlich längst hinter sich gelassen hat. Für Fans ist das Album aufgrund einiger gelungener Songs dennoch durchaus zu empfehlen.

Anspieltipps:

  • Time And Again
  • Did Anyone Approach You
  • Dragonfly
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