Korn - Untouchables - Cover
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Korn Untouchables


  • Label: Epic/SONY
  • Laufzeit: 60 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Korn liefern bewährte Kost mit Melodie und kompromissloser Härte.

Es läuft derzeit wenig auf dem brachialeren Sektor der Rockmusik. Slipknot brechen mit allen Konventionen und erbrechen ihre Texte nur noch. Limp Bizkit ist dem Mainstream verfallen und dürfte inzwischen auch von präpubertären Gören gehört werden. Auch Korn schienen nach ihrem vierten Album "Issues" (1999) irgendwie in der Versenkung verschwunden zu sein. "Was für eine Freude!" denkt man sich, hört man dann vom Release eines fünften Werkes und erwartet sich die Rettung eines darniederliegenden Genres.

Los geht's gleich mit der Singleauskopplung "Here To Stay", die dem Hörer gleich eine Wucht aus extratiefen Basslinien und viel Stromgitarre entgegenschlägt, dass es nur eine Freude ist. Korn-Sänger Jonathan Davis beweist wieder sein ganzes stimmlichen Repertoire und lässt sein offenbar neuerworbenes Faible für Synthesizerklänge in fast allen Songs aus. Ob das den alten Fans gefällt, sei einmal dahingestellt, jedenfalls werden selbige spätestens zum Refrain hin ausgesöhnt. Ob melancholisch ("Hollow Life") oder hasserfüllt ("Hating"), immer liefern Korn Rock mit geradezu beängstigtem Schmackes und einem Bass, der tiefer wohl kaum im positiven Sinne sinken kann, nahezu perfekte Songs.

Doch ist das alles? Die erste Hälfe des Albums bietet nämlich in erster Linie höchst ähnlich anmutende, aber hochwertige Songs. Das weiß durchaus zu gefallen, aber langweilt ab einer gewissen Zeit. Gott sei dank bieten Korn im weiteren Verlauf endlich Abwechslung. Vom single-verdächtigen "One More Time" über das geniale "Alone I Break" bis hin zum wuchtigen Rausschmeißer "No One's There" unterhalten die fünf Kalifornier den Hörer mit fettest produziertem Rock ohne große Kompromisse. Auch erfreulich: Nicht eine einzige gerappte Zeile findet sich auf der Platte, und so zeigt Korn auch auf diesem Wege Nachahmern wie Linkin Park eine lange Nase.

"Untouchables" - Unberührbar sind Korn seit ihrem Meisterwerk "Life Is Peachy" in Genre durchaus, doch wer sich vom neuen Album eine Offenbarung gewünscht hatte, wird enttäuscht werden. Korn liefern bewährte Kost mit Melodie und kompromissloser Härte. Damit werden sich viele neue Fans finden, die Anhänger der ersten Stunde dürften trotz der ausbleibenden Überraschung zufrieden sein.

Anspieltipps:

  • Here To Stay
  • One More Time
  • Alone I Break
  • Hollow Life

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