Red Hot Chili Peppers - By The Way - Cover
Große Ansicht

Red Hot Chili Peppers By The Way


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 68 Minuten
Artikel teilen:
9/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Ja, man ist alt geworden und geht auf die 40 zu, aber man driftet nicht völlig in melodische Pop-Rock Gefilde ab.

Drei Jahre lang hatte man als Fan gepflegten Funk-Rock-Crossovers (oder doch einfach nur Rock) warten müssen, um neues Material der legendären Red Hot Chili Peppers zu ergattern. Drei lange Jahre lang verdingte man sich in erster Linie damit, die Songs vom Vorgänger "Californication" auswendig zu lernen und bis ins kleinste Detail auseinander zu nehmen. Und hörte man mal was anderes, so waren es doch nur Kopien, die einem zufolgen (Incubus, Hoobastank).

Und jetzt "By The Way", das gleich mit dem gleichnamigen Opener ganz hervorragend an alte Werke anknüpft: Supermelodischer Refrain, zackige Crossoverrhythmen, gepaart mit schneidigen Gitarren und druckvollem Bass, und das alles in einem einzigen Lied: Mal ehrlich, das können eigentlich nur die Chili Peppers abliefern. Doch was ist das? "Universally Speaking" kommt erstaunlich relaxt und ruhig daher, dass man sich fast schon dezent an die Beach Boys erinnert fühlt. Auch im weiteren Verlauf der CD bestätigt sich dies: Ruhige und melodiöse Songs, wunderschönes Gitarrenspiel und ein erstaunlich zurückhaltender Bass. Manchmal übertrieben poppig ("The Zephyr Song"), aber doch meistens äußerst schön ("Dosed", "Midnight").

Klar, man kann nicht alle Songs über einen Kamm scheren. "This Is The Place" besticht durch bewusst leicht knarzige Produktion, "Can't Stop" huldigt dem Funkrock dann doch noch und man kann den vier Kaliforniern nur dankbar dafür sein. Derartig in Ekstase hat man Anthony Kiedis nämlich lange nicht mehr singen hören. Auch "Throw Away Your Television" ist ein göttlicher Song, der sogar ein bisschen an ganz alte Peppers-Zeiten anknüpft. Desweiteren hat man auch mexikanische Elemente ("Cabron") einfließen lassen, die den Chili Peppers ganz hervorragend zu Gesicht stehen. Schlussendlich schließen Gänsehaut-Songs wie "Minor Thing" und "Venice Queen" das Werk ab.

Vielleicht ist es gerade diese Synthese, die die Red Hot Chili Peppers im Jahre 2002 auszeichnet: Ja, man ist alt geworden und geht auf die 40 zu, aber man driftet nicht völlig in melodische Pop-Rock Gefilde ab, sondern lässt die Wurzeln nie verblassen. Und so ist "By The Way" ein Füllhorn an genialen Melodien, virtuoser Gitarrenhooks und guter Musik geworden, das man nicht verpassen sollte.

Anspieltipps:

  • By The Way
  • Don't Forget Me
  • Can't Stop
  • Throw Away Your Television
  • Venice Queen
Neue Kritiken im Genre „Rock“
9/10

Marbles In The Park
  • 2017    
Diskutiere über „Red Hot Chili Peppers“
comments powered by Disqus