A*Teens - Pop ´Til You Drop! - Cover
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A*Teens Pop ´Til You Drop!


  • Label: Stockholm Records/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 40 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit ihrer dritten CD mussten sich die A-Teens ziemlich beeilen, denn auch vor den süßesten Teenagern macht das Rad der Zeit nicht halt und sorgt altersmäßig für unerwünschte Entfernung von der Zielgruppe. Doch bevor aus den A-Teens „A-Twens“ werden, präsentieren uns die vier schwedischen Gören Marie, Sara, Dhani und Amit mit „Pop ‘til you drop!“ ein weiteres Album mit charmantem Euro-Trash-Pop.

Beim Kauf einer A-Teens CD muss man sich ebenso, wie bei anderen Charts-relevanten Titeln, darüber im Klaren sein, dass Pop-Alben im allgemeinen und Teenie-Pop im speziellen allzu oft nur darauf ausgerichtet sind, zwei bis vier potentielle Hitsingles, zusammen mit einem halben Dutzend halbgarer Songs als Füllmaterial, auf einem Silberling unterzubringen. Bei dem Schweden-Vierer verhält es sich prinzipiell nicht anders. Auch wenn das Debütalbum „The ABBA Generation“ aus dem Jahr 1999 ausschließlich Coverversionen von Hitsingles des bekanntesten musikalischen Exportartikels Skandinaviens enthielt und damit vom Grundsatz her kein Füllmaterial beherbergte. Die Aufgabe der Singdrosseln besteht darin, die von renommierten Hit-Songschreibern, wie etwa Marti Frederiksen, geschriebenen Melodien mit ihren Stimmen zu veredeln und zielgruppengerecht zu präsentieren. Komponieren bzw. Texten zählt dagegen nicht wirklich zu den Stärken der Jungspunde. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Die ersten Gehversuche als Co-Autoren („Slam“, „In the blink of an eye“, „Cross my heart“ und „Singled out“) auf „Pop ‘til you drop!“ sind jedenfalls ganz nett.

Doch ganz ohne Coverversionen kommt auch das aktuelle Werk nicht aus. Diesmal hat man sich mit „Can’t help falling in love“ einen alten Elvis-Titel vorgenommen und in ein modernes Soundgewand gesteckt sowie zusammen (!) mit dem Schock-Rocker Alice Cooper dessen Hymne „School’s out“ als flotten Discostampfer interpretiert. Das ist sicher nicht so sensationell, wie es das Label darstellt, aber unterm Strich gute Unterhaltung. Und was die liebe Britney Spears mit „I love rock ´n roll“ kann, können die Schweden schon lange. Witzig wird es immer dann, wenn sich die Akteure in Solo-Gesang versuchen. Die Jungs (Dhani und Amit) trällern auch nach drei Jahren im Business noch immer, als hätten sie den Stimmbruch gerade eben erst überstanden, während die Mädels herrlich quietschende Mickey-Maus-Laute von sich geben. Ein Glück, wenn diese Darbietungen von eingängigen Melodien kaschiert werden können. Das Erstaunliche ist allerdings, dass die Songs immer dann am überzeugendsten klingen, wenn die vier mehrstimmige Chorgesänge anstimmen („Let your heart do all the talking“). Das klingt bisweilen richtig gut und lässt, wenn man gehässig ist, das Mitwirken ausgebildeter Background-Sänger/-innen vermuten. So bekommt der geneigte Hörer eine CD mit 12 mehr oder weniger unauffälligen Songs geboten, denen der Pfiff des Debüts und die absoluten Hitsingles à la „Sugar rush“ vom Zweitwerk „Teen spirit“ (2000) fehlen, sich aber als Begleitmusik für einen netten Sommerabend ganz gut eignet.

PS: Anscheinend aus marketingtechnischen Gründen, erscheint das Album vorerst nur in den USA, wo sich die A-Teens in diesen Tagen auf einer ausgedehnten Konzert- und Promotournee befinden. Danach steht Europa auf dem Plan, wo man Ende September mit der Veröffentlichung der CD rechnen kann.

Anspieltipps:

  • In the blink of an eye
  • Can’t help falling in love
  • Closer to perfection
  • Cross my heart
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