The Strokes - Is This It - Cover
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The Strokes Is This It


  • Label: RCA/BMG
  • Laufzeit: 36 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Freuen wir uns über ein mit 36 Minuten Spielzeit leider sehr kurzes Album, das eine unglaubliche Lo-Fi-Rockwelle ausgelöst hat.

Die Rettung des Rock ‘N Roll, Nachfolger der Rolling Stones oder gar Nirvana. Das sind nur ein paar der massenhaft auf die New Yorker Nachwuchsband The Strokes einprasselnden Vorschusslorbeeren. Eine wahnsinnige Bürde für fünf junge Burschen, die doch nur straighten Rock-Club-Sound spielen und ansonsten ihre Ruhe haben wollen.

Obwohl die Musik der Strokes keineswegs neue Wege einschlägt und sich unverhohlen bei Koryphäen wie den Stooges, Velvet Underground oder Television bedient, überrascht es den geneigten Hörer, mit welcher Energie und Frische die Herren Julian Casablancas (Vocals), Albert Hammond (Gitarre), Nick Valensi (Gitarre), Nikolai Fraiture (Bass) und Fab Moretti (Drums) zu Werke gehen. Ob treibende Rock-Songs mit wilden Gitarrensoli und mörderisch groovendem Bass („Last nite“, „New York City Cops“), getragene Titel mit singendem Gitarrensound und verschleppten Tempo („Is this it”), oder Noise-Attacken mit Pop-Appeal („Hard to explain“), die Strokes beherrschen die ganze Palette der Rockmusik der späten 60er Jahre. Wobei Sänger, Songwriter und Texter Julian Casablancas stets das Geschehen im Griff hat und als stimmlicher Klon aus Iggy Pop und Lou Reed fasziniert.

Selbstverständlich ist die Band nicht die herbeigeschriebene Wundergruppe. Die vorherrschende Hysterie, die zum Beispiel dafür sorgt, dass Konzertkarten mit bis zu 250 Euro das Stück gehandelt werden, wird irgendwann abebben. Dann muss die Band beweisen, dass sie auch ein zweites Album in der Qualität von „Is this it“ abliefern kann. Doch die Strokes haben die Mechanismen der Medien längst begriffen und wissen, worauf es ankommt. Dazu Gitarrist Nick Valensi: "Wir sind nicht blöd, wir wissen ganz genau, dass sie uns in nicht allzu ferner Zukunft wieder fallen lassen werden, weil sie Platz machen müssen für die nächste Sensation. Journalisten haben die Aufgabe, eine gute neue Band zu empfehlen, aber doch nicht diese übertriebenen Märchen zu erfinden. Wozu müssen sie sich noch Sachen über uns ausdenken - sind wir von Natur aus nicht spannend genug? Warum zitieren sie uns falsch? Das ist verdammt unfair!" Aber er will auch nicht klagen, "schließlich wollen wir so viele Leute wie eben möglich erreichen. Und am Ende des Tages glauben die Leute ja der Musik, die sie hören können, und nicht den Worten des NME“.

Freuen wir uns also über ein mit 36 Minuten Spielzeit leider sehr kurzes Album, das eine unglaubliche Lo-Fi-Rockwelle ausgelöst hat und Anlass zur Hoffnung gibt, dass Nervtöter wie Fred Durst’s Limp Bizkit bald das Zeitliche segnen. Oder ist Rap-Rock noch in irgendeiner Weise angesagt?

Anspieltipps:

  • Is this it
  • Someday
  • Alone, together
  • Last nite
  • New York City Cops
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