Coldplay - A Rush Of Blood To The Head - Cover
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Coldplay A Rush Of Blood To The Head


  • Label: Parlophone/EMI
  • Laufzeit: 54 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
8.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Leute, die Coldplay schon immer für Warmduscher gehalten haben, werden mit dem neuesten Werk auch nicht warm werden.

Was war nicht alles auf die vier englischen Studenten von Coldplay an Lobeshymnen eingestürzt, nachdem ihr Debut "Parachutes" mit Songs wie "Yellow" oder "Shiver" wochenlang an der Spitze der englischen Charts verweilt hatte. Was da noch kommen könnte, hatte man sich gefragt. Eine Art Universalnachfolger zu Travis, Oasis und Radiohead gleichzeitig oder doch nur wieder ein hochgehypter Haufen Weicheier? Das zweite Album ist das schwerste, pflegt man in Fachkreisen zu sagen, und so schaute man gebannt auf den "Parachutes"-Nachfolger.

"A Rush Of Blood To The Head" heißt also der langerwartete Zweitling und bietet vielleicht genau das, was man sich erwartet hatte: Melodische Hymnen, melancholische Klagelieder und jede Menge Herzschmerz. Coldplay haben es sich sicherlich nicht leicht gemacht. Die Songs klingen ausgereifter als noch vor zwei Jahren, sprengen des Öfteren die 5-Minuten-Marke und wurde dezent mit experimentellen Elementen angereichert. "In My Place", die erste Singleauskopplung, wartet mit einer derart wunderschönen Melodie auf, dass einem beinahe die Tränen kommen. Oder "Clocks", ein traumhafter Schmachtfetzen, der von einer wunderschönen Pianolinie getragen wird. "Daylight" weckt Erinnerungen an die besten Zeiten von "The Verve" hervor und "Amsterdam", der Schlusstrack, ist zwar enorm pathetisch, aber eben auch eine Hymne von Lied, das Gänsehaut garantiert.

Was Coldplay im Jahr 2002 ausmacht, ist die schiere Perfektion, denen sich die Songs getragen von der wunderbaren Stimme von Chris Martin allmählich annähern. Was "A Rush Of Blood To The Head" bietet, spielt mindestens in einer Liga mit Travis' besten Werken, es hat hier wirklich keinen echten Ausfall. Sicher, man wird später über diese Platte sagen, dass sie nicht wirklich wichtig war. Und Leute, die Coldplay schon immer für Warmduscher gehalten haben, werden mit dem neuesten Werk wohl auch nicht warm werden. Außerdem hätte der Platte der eine oder andere etwas härtere Aufrüttler sogar gut getan. Wer sich aber mit melancholischen Songs voller Melodie und auch ein klein bisschen Pathos versorgen will, für den gibt es derzeit keine ernsthafte Alternative.

Anspieltipps:

  • In My Place
  • The Scientist
  • Clocks
  • Amsterdam
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