P!nk - Missundaztood - Cover
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P!nk Missundaztood


  • Label: Arista/BMG
  • Laufzeit: 59 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Im Alter von 17 Jahren wurde Alecia Moore, alias Pink, von Plattenmogul Antonio „L.A.“ Reid für sein für R&B-Stars bekanntes Label Arista eingekauft und dazu verpflichtet, vorproduzierte Rhythm & Blues Songs einzusingen. Das ist sicher nicht der Traum eines ambitionierten Künstlers und wohl auch nicht Pinks Vorstellung vom Leben einer Musikerin. Doch mit dem sich einstellenden Erfolg und rund einer Million verkaufter Exemplare des Debüts im Rücken, konnte es sich die rebellische Künstlerin aus Philadelphia erlauben, für ihr zweites Album neue musikalische Wege zu beschreiten. Dieses liegt in Form von „M!ssundaztood seit geraumer Zeit vor und konnte weltweit bereits geschätzte fünf Millionen Einheiten absetzten (davon allein drei Millionen in den USA). Kenner des Pink-Debüts „Can’t take me home“ werden deshalb überrascht sein, was das 23-jährige Riot-Girl auf ihrem Zweitwerk fabriziert hat.

Die Initialzündung für die eingeschlagene Stilkorrektur beruht auf der Verpflichtung von Linda Perry als Produzentin und Songwriterin. Perry, bekannt geworden durch das One-Hit-Wonder 4 Non Blondes und deren Megaseller „What’s up“ (1993), schrieb der Sängerin neun der 15 Tracks auf den sexy Leib, darunter die Single-Knaller „Get the party started“ und „Just like a pill“. Zusammen mit den übrigen Stücken wird ein 60-minütiger Musik-Cocktail angerührt, der sämtliche chartrelevanten Stilarten abdeckt. So gibt es eine Priese Rap („Respect“), ein wenig Blues („Misery“ mit Steven Tyler von Aerosmith als Duettpartner und Richie Sambora von Bon Jovi an der Gitarre), Soul („Gone to California“), Pop-Rock („Don’t let me get me“, „18 Wheeler“), eine ganze Menge Dance („Catch-22“, „Missundaztood") und exzellenten Party-Pop („Get the party started“).

Mein persönliches Highlight ist die Ballade „Eventually“, auf der Pink voller Emotion und mit brüchiger Stimme soulige Töne anschlägt und fast schon traurig singt: „Surrounded by familiar faces without names. None of them know me or want to share my pain. And they only wish to bask in my light, then fade away. To win my love, to them a game. To watch me live my life in pain. When all is done and the glitter fades, fades away. They'll get their's eventually. And I hope I'm there. I drank your poison cuz you told me its wine. Shame on you if you fool once. Shame on me if you fool me twice. I didn't know the price. You'll get yours eventually. So what good am I to you if I can't be broken? You'll get yours, yes you'll get yours Eventually". Ein großartiger, sentimentaler Song, wie geschaffen, um im Weihnachtsgeschäft als Single ausgekoppelt zu werden.

Jetzt ist es keinesfalls eine musikalische Gratwanderung, was Frau Moore auf dem Werk präsentiert. Der entscheidende Schachzug liegt darin, bewährte Pop-, Soul- und R&B-Stücke mit dem Sound von Rock-Gitarren zu kombinieren. Und das ist nachweißlich gelungen. Zusammen mit den frechen Texten und Pinks fassettenreicher Stimme, zwischen rotzigen Rock-Vocals („Don’t let me get me“) und coolem Soul-Gesäusel („Eventually“) sorgt das Album für eine musikalische Frischzellenkur, die allenthalben gute Laune verbreitet.

Anspieltipps:

  • Just like a pill
  • Eventually
  • Get the party started
  • Don’t let me get me
  • Gone to California
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