Kid Rock - Cocky - Cover
Große Ansicht

Kid Rock Cocky


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 65 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Karriere des inzwischen 31-jährigen Kid Rock begann auf den Straßen von Detroit City in einer Breakdance-Crew namens The Furious Funkers und spielte sich lange Zeit im Untergrund ab.

„You never met a motherfucker quite like me“ - So nennt Robert James Richie, alias Kid Rock, die zweite Singleauskopplung aus dem Ende letzten Jahres veröffentlichten Album „Cocky“. Mit diesem Statement hat der „Pimp Of The Nation“ fraglos vollkommen Recht. Die rüpelhafte und großkotzige Attitüde spaltet die Musikanhänger in zwei Lager. Einerseits wird sein virtuoser Umgang mit Samples, die mit einer Priese Southern-Rock, Hip Hop und frechen Rap-Gesang gemischt werden geschätzt, andererseits wirkt sein proletenhaftes Image eines neureichen Emporkömmlings auf viele abschreckend.

Die Karriere des inzwischen 31-jährigen Kid Rock begann auf den Straßen von Detroit City in einer Breakdance-Crew namens The Furious Funkers und spielte sich lange Zeit im Untergrund ab. Er nahm diverse Rap-Alben auf, die lediglich bei einer kleinen Fangemeinde in und um Michigan Gehör fand. Seine Interpretation von Rap wurde hauptsächlich durch das revolutionäre Debüt der Beastie Boys „Licence to ill“ inspiriert, die 1987 mit einer wilden Mischung aus Rap und Hardrock Furore machten. Auf kleinen Independent-Labels veröffentlichte er die CDs „Grits sandwiches for breakfast“ (1990), „The polyfuze method“ (1993), „Fire it up“ (1994) und „Early mornin’ stoned pimp“ (1996). Der Durchbruch gelang mit der ´98er CD „Devil without a cause“, die in den USA einen Diamond Award für über 10 Millionen verkaufte Einheiten einstrich und jede Menge Hitsingles abwarf. Zwei Jahre später wurde zur Überbrückung der Wartezeit auf das nächste Studioalbum der Sampler „The history of rock“ mit Songs aus Kid Rocks Independent-Phase unters Volk gebracht.

Im November vergangenen Jahres war es dann endlich soweit und der langerwartete Nachfolger des Millionensellers „Devil without a cause“ kam in die Länden. Getauft auf den putzigen Titel „Cocky“, schmiss Kid Rock zusammen mit seiner Twisted Brown Trucker Band (Kenny Olson, Jimmie Bones, Stefanie Eulinberg, Jason Krause) und mit freundlicher Unterstützung von DJ Uncle Kracker sämtliche, dem gemeinen Musikfan bekannte Stilarten in einen Topf und präsentierte den „Amercian Bad Ass“ in Höchstform.

In gewohnter Krawallmanier legt Hobby-Jäger Kid Rock los und schießt als Einstand zwei pumpende Rap-Rock-Stampfer erster Güte aus der Hüfte („Trucker anthem“, „Forever“). Da sägen die Gitarren, bis es qualmt. Mit „Lay it on me“ kühlt der Meister den Big Block etwas runter. Hier regieren funky Grooves, fluffige Reime und ein feines Honky Tonk Piano. Im Titelstück „Cocky“ haut Mr. Richie wieder mal so richtig auf die Kacke und disst, was ihm vors Mikro kommt („Guess who's back? Haha. I used to be broke, confused. No joke. Got used, smoked dope, paid dues. Refused to give up quick, now theres 10 million motherfuckers on my dick. So what, say how, say who fuck what, fuck me, fuck you. Come clean, you know I will drink a fifth of Jim Beam and still stand still uh. I'm the illest fool. Cooler than the water in a swimmin' pool. Fly like a seagul, kickin' like a mule. More jams than a beetle from Liverpool. I deliver fool. Now who the fuck are you? I'm Kid motherfuckin' Rock from the old school. Got more money, than Matchbox 20. Get more ass than Mark McGrath. They say I'm cocky, and I say What? It aint braggin' motherfucker if ya back it up“).

Bei „I’m wrong, but you ain’t right“ knallen reinrassige Metal-Gitarren aus den Boxen. Offensichtlich Kid Rocks Reminiszenz an die 80er Jahre. „Lonely road of faith“ ist eine Whiskey-getränkte Ballade im typischen Südstaaten Sound, die nicht wirklich neue Erkenntnisse auf diesem Sektor bietet und daher eher überflüssig ist. „You never met a motherf**ker quite like me“ ist dagegen richtig cooler Stoff, auch wenn sich Mr. Rock im Text wie so oft über den grünen Klee lobt. So ist er halt, der Kid. „Picture“ ist eine herzzerreißende Ballade, bei der Sheryl Crow als Duettpartnerin zur Verfügung stand. Nicht unbedingt aufregend, aber gut. Doch bevor der Hörer Gefahr läuft, den seichten Klängen zu erliegen, gibt’s mit „I’m a dog“ wieder härtere Kost auf die Ohren. Krönendes Finale in textlicher Hinsicht ist der Bonus Track „WCSR“. Eingesungen mit Gaststar Snoop Dogg, trifft erstmals Old-School Rap auf New-School. Klar, dass es dabei wieder herrlich versaut und keinesfalls jugendfrei zur Sache geht („Motherfucker yo I ain't no fag. I fuck bitches dry I fuck em on the rag. Tag their toes - check em off my list. Holes get fucked - They don't get kissed. A simplistic pimp gettin much respect. I'll fuck your mouth and leave your ass in debt. Jet set the country on your world perks. Just to show you how a real pimp works. Remove your shirt - show me them titties. I'll drive my dick right through your twin cites. Around your bends over your curves and ass. Park it in your mouth till I run out of gas It ain't nothing like black pussy on my dick. Word to your mama and your sister bitch. I play hoes like a mother fucking football gam. I pull my dick out and you'll say it's good ya'll came. Ya'll did ya'll thing - worked a nigga front to back. In the Bill Clinton Presidential Cadillac. We smoked a sack - the bitches couldn't handle that blew out my brains and left no stain. I can't complain shit it's all done with game. I've fucked so many holes I can't remember their name. But it ain't about that - Bitch I really doubt that. Just turn the lights out and put my dick where yo mouth at“).

Kid Rock ist ganz sicher nicht politisch korrekt. Seine Berufung ist es, Unterhaltung hart an der Grenze zur Provokation zu bieten. Darauf stehen die verklemmten Amerikaner. Auf seinen Platten feiert er große Partys und schert sich einen Dreck darum, wenn man ihn wieder beim Klauen bekannter Riffs erwischt. Das dies kaum jedermanns Kost ist, dürfte selbst dem „Stoned Motherfuckin‘ Pimp“ aus Detroit klar sein. Entweder ist man in der Lage, sich auf die Wellenlänge von Robert James Richie zu begeben oder man macht einen riesengroßen Bogen um den Herrn.

Anspieltipps:

  • Picture
  • Forever
  • Drunk in the morning
  • You never met a motherf**ker quite like me
Neue Kritiken im Genre „Rock“
Diskutiere über „Kid Rock“
comments powered by Disqus