Train - Drops Of Jupiter - Cover
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Train Drops Of Jupiter


  • Label: Columbia/SONY
  • Laufzeit: 48 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

In knapp 50 Minuten walzt die Band die ganze Palette amerikanischer College-Radio-Pop/Rock-Musik aus.

Die aus San Francisco stammende Band Train macht es einem wirklich nicht einfach. Sie bringt es fertig, mit dem Titeltrack ihres aktuellen Albums „Drops of Jupiter“ einen Evergreen auf Lebzeiten zu schreiben, für den Jon Bon Jovi töten würde und schieben dann ein Album nach, das sich als riesengroße Enttäuschung herausstellt.

Die Wurzeln von Train reichen zurück bis in das Jahr 1994, als ein gewisser Patrick Monahan sich von Pennsylvania nach Kalifornien aufmachte, um eine Musikkarriere zu starten. Über einige Umwege lernten er schließlich die Kollegen Charlie Colin (Bass), Rob Hotchkiss (Gitarre), Jim Stafford (Gitarre) und Scott Underwood (Drums) kennen und gründete Train mit ihnen. Bei dem Columbia/Sony-Sub-Label Aware Records unterzeichneten die Musiker 1997 ihren ersten Plattenvertrag und durften bereits mit den Counting Crows, Blues Traveler und Barenaked Ladies auf Tour gehen, ohne eine Platte veröffentlicht zu haben. Diese erblickte im Jahr 1998 das Licht der Welt, hörte auf den schlichten Titel „Train“ und warf mit „Meet Virginia“ einen veritablen Top-10-Hit in den USA ab. In dessen Sog und durch ununterbrochenes Touren verkaufte sich das Debütalbum über eine Million Mal.

Als Nachfolger wurde 2001 das Album „Drops of Jupiter“ herausgebracht. Die gleichnamige Singleauskopplung geriet alsbald zum Liebling aller Radiostationen rund um die Welt. Mit seiner wunderschönen, pianounterstützten Melodie und einem grandiosen Text, der sich wie Absinth in die Gehirnzellen einbrennt, wird man wohl noch in Jahren mit einem Lächeln aufwachen, wenn es aus dem Radiowecker schallt: „Now that she's back in the atmosphere with drops of Jupiter in her hair, hey, hey. She acts like summer and walks like rain reminds me that there's time to change, hey, hey. Since the return from her stay on the moon she listens like spring and she talks like June, hey, hey. Tell me did you sail across the sun. Did you make it to the Milky Way to see the lights all faded and that heaven is overrated. Tell me, did you fall for a shooting star one without a permanent scar. And did you miss me while you were looking at yourself out there. Now that she's back from that soul vacation tracing her way through the constellation, hey, hey. She checks out Mozart while she does tae-bo reminds me that there's time to grow, hey, hey. Tell me did the wind sweep you off your feet. Did you finally get the chance to dance along the light of day and head back to the Milky Way and tell me, did Venus blow your mind. Was it everything you wanted to find. And did you miss me while you were looking for“.

Ausgelöst durch die Euphorie über diesen Megasong gestalteten sich die Albumverkäufe äußerst respektabel. Doch schon bald machte die Runde, dass man auf der Suche nach weiteren „Drops of Jupiter“ mit dem Kauf der CD in eine Falle getappt sei. Und tatsächlich. In knapp 50 Minuten walzt die Band die ganze Palette amerikanischen College-Radio Pop/Rock aus, der von Star-Produzent Brendan O‘Brien (Bon Jovi, Pearl Jam, Stone Temple Pilots) zuckersüß in Szene gesetzt wurde. Die Songs haben keine Ecken und Kanten und fließen allesamt gleichförmig auf den Mainstream zugeschnitten aus den Boxen. Ausnahmen sind das gepflegt „rockende“ Stück „Respect“, bei dem mal so etwas wie eine Bass-Drum und E-Gitarren-Riffs zu vernehmen sind und die schöne, durch den Einsatz einer Trompete veredelte Ballade „Mississippi“. Ansonsten verkommt das Werk zu einem hässlichen Stück amerikanischer Schlagermusik. Und das, obwohl die Kompositionen sicher aller Ehren wert sind und die Musiker sehr wohl mit ihren Instrumenten umzugehen wissen. Die Hauptlast trägt demnach der Produzent, bei dem man sich fragt, warum so ein erfahrener Mann wie Brendan O‘Brien nicht in der Lage war, aus der Musik etwas mehr Individualität herauszukitzeln.

Anspieltipps:

  • Drops of Jupiter
  • Respect
  • Mississippi
  • Hopeless
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