Diverse - The Very Best Of MTV Unplugged - Cover
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Diverse The Very Best Of MTV Unplugged


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 77 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Es gibt Songs, die sind richtig gut. Dann gibt es Songs, die Musikgeschichte schreiben. Und dann gibt es Lieder, die sind so gut, das man sie auch mal ohne quietschende Gitarren und zirpendes Feedback hören will. Bei MTV-Unplugged, einer einmaligen Einrichtung im Musikfernsehen.

Nirvana war schon dort, Alanis Morrissette auch, die Ärzte auch bald: Alle, die im Rockgeschäft etwas auf sich halten, wollen unbedingt beweisen, dass sie auch bei rausgezogenem Stecker musikalisch brillieren können. Denn erst dann zeigt sich die Größe eines Songs, sagt man: In der ursprünglichen Wirkung, unplugged eben. Und so erscheint hier eine Rundumschau des erfolgreichen "MTV Unplugged"-Konzeptes. Und sie umfasst sie alle: Von Clapton über Kravitz bis hin zu Mc Cartney und Gallagher (man höre und staune über "Don't Look Back In Anger - unplugged -> kaum wiederzuerkennen!). Einzig Nirvana fehlen. Ausgerechnet die, sagt man sich, wo sie doch wahrscheinlich mit "Unplugged in New York" das Beste alle unplugged-Konzerte gegeben haben. Aber das Nirvana-Konzert war vielleicht zu einmalig, um hier unter all den anderen Rockgrößen zu stehen.

Und so startet die Best-Of gleich mit dem Meister der akustischen Gitarre, bei dem wie erwartet nichts anbrennt: Eric Clapton stimmt sein einzigartiges "Tears in heaven" an und die CD hat sich schon jetzt im Player festgenagelt. Danach Alanis Morissette, im Vergleich zu Clapton ein junges Gör mit einer neuen, langsameren Interpretation ihres Megahits "Ironic". Weiter gehts mit Klassikern wie "Losing My Religion" oder "Summer of 69", und vor allem letzterer, inzwischen ja doch sehr abgegriffen, kommt erstaunlich frisch daher. Lenny Kravitz' Neuinterpretation ist sicherlich Geschmackssache, aber "Are You Gonna Go My Way" ist kaum wiederzuerkennen und ist mehr als nur ein gelangweiltes Runterspielen eines allseits bekannten Rocksongs. Ob die weiteren, einzelnen Songs jetzt dem einen gefallen oder nicht, ist letztlich unbedeutend: Sie sind alle gehobenes, schön anzuhörendes Liedgut, mal etwas banaler (Rod Steward), aber immer voller Melodie und Hingabe gespielt. Erfreulich auch, dass teilweise etwas unbekanntere Songs eingebunden wurden, die den eigenen musikalischen Horizont zumindest zu verbessern helfen. So z.B. Lieder von Kd Lang, Seal oder Live. Letztere kennt man trotz ihrer zahlreichen Rockhymnen in Deutschland kaum, die wunderschöne Version des Songmonsters "Lightning Crashes" wird sicherlich helfen, die Combo um Ed Kowalcyzk auch in diesen Breiten bekannter zu machen.

Ansonsten bleibt festzuhalten: Ein schönes Stück Musik, mit viel Pop und ein klein bisschen Rock ist die Best Of geworden, das man immer wieder hören kann. Zwar nicht sonderlich fordend, aber eben angenehm anzuhören. Der Rezensent empfiehlt für den Musikkonsum: Man setze sich in einen weichen Sessel, nehme ein Glas Wein zur Hand, greife zur Fernbedienung der Stereoanlage (sofern man im Besitz eines derartigen Technikwunders ist) und drehe den Regler bis zu Anschlag. Dann kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

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