No Angels - Now... Us! - Cover
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Now... Us!


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 60 Minuten
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2/10 Unsere Wertung
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Popstar werden und durch sein Hobby Geld verdienen: Der Traum eines jeden Teenagers. Warum auch nicht: Schaut man sich das Dasein der "No Angels" (und das sind Popstars) an, könnte man durchaus neidisch werden, zumindest auf den ersten Blick. 5 Mädels, die sich vorher nicht kannten, kommen durch ein Casting zusammen, kriegen ein, zwei Lieder auf den Leib geschrieben, singen das Ganze auf CD und verdienen eine Menge Geld. Von der Plattenfirma gedrängt und von den Fans sehnlich erwartet, kommt das Album nicht nur in der normalen Version raus, sondern auch noch in einer Weihnachtsedition. Manche sagen dazu auch musikalische Prostitution, aber das will man als Popgröße natürlich nicht unterstreichen.

Denn jetzt sind die No Angels unabhängig. Ein bisschen zumindest. Oder am Ende gar nicht? Jedenfalls jubeln sie dem Hörer schon durch den Albumtitel zu: "Now... Us!" - "Jetzt...Wir!". Aha, jetzt sind die No Angels dran, bloß, wer war vorher dran? Und so überrascht das Album schon ein bisschen. Jedes der Bandmitglieder hat ein Liedchen beigesteuert und man muss es einfach mal in aller Offenheit sagen: Ein Lied ist erbärmlicher als das andere. So hat die erste Single "Something About Us" textlich den Charme von Hauptschullyrik und ist obendrein ausgesprochen heuchlerisch. Eine Band, die sich zu Popstars hochcasten hat lassen, behauptet doch allen Ernstes, es ginge ihnen nicht ums Geld, sondern nur um das, was "straight from the heart" kommt. "Respect is what it's all about" - Aha, danke, No Angels. Respekt braucht man von dieser Musik aber zum Glück nicht zu haben. Vielmehr hat "Now Us!" nicht einmal die zeitweise nett anzuhörenden Melodien von "Elle'ments" zu bieten, sondern langweilt nur mit amerikanophilen Hip-Hop/Soul-Gedöns. Die Texte - vor allem die von der "Band" verfassten - sind dermaßen kitschig und klischeebehaftet, dass der CD-Wechsler zu zerschmelzen droht (Abscheulich: "Stay" oder "Shield against my sorrow"). Den Standard einer ordentlichen Popproduktion haben indes nur die Lieder, bei denen die No Angels nur rumhüpfen müssen. Was nicht heißen soll, dass sie viel besser sind. Einzig "Let's Go To Bed" erreicht zumindest gehobenen Durchschnitt.

Doch damit nicht genug. Als seien die billigen Rhythm' n Blues-Pop-Nummern des Restalbums der Unbill nicht genug, servieren die No Angels dem geneigten Hörer mit den grässlichen Coverversionen "Atlantis 2002" (man verneige sich vor Donovan) und "Like Ice In The Sunshine" durchaus effektive Brechmittel auf dem Silbertablett der modernen Popmusik. Wer derart schlecht Klassiker der "richtigen" Popmucke zu covern wagt, der sollte dem geschmackssicheren Hörer auch verpflichtet sein, jeder "Now... Us!" - CD eine Flasche Magenbitter beizulegen. Prädikat: Würg!

"Now... Us" sollte eine Weiterentwicklung der No Angels hin zu halbwegs talentierten Popgrößen wie den Spice Girls werden. Der Schuss ist aber gewaltig nach hinten losgegangen und mit ihrem Zweit"werk" haben sich die No Angels schon ihr eigenes musikalisches Grab geschaufelt. Wie begrüßenswert ist es da, dass besagtes Album bislang weit hinter den Verkaufszahlen des Vorgängeralbums zurückblieb. Wir wussten es ja schon immer: "Respect - is what it's all about" Danke, No Angels, für diese wichtige Erkenntnis.

Dieser Artikel ging am um 15:44 Uhr online.
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