Catatonia - Greatest Hits - Cover
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Catatonia Greatest Hits


  • Label: WEA
  • Laufzeit: 60 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Catatonia ist eine Band, die es zu "Lebzeiten" nicht geschafft hat, außerhalb der britischen Inseln in irgendeiner Weise für Furore zu sorgen. Dabei waren ihre frisch klingenden, energiegeladenen Gitarrensongs erster Güte, ihre Melodien wunderschön und auch die Sängerin Cerys Matthews kann man auch heute noch zu den talentiersten im Popbusiness zählen. Catatonia gibt es inzwischen nicht mehr. Die Sängerin sitzt in der Psychiatrie. Und die Plattenfirma wirft eine Best-Of auf den Markt. Warum eigentlich nicht?

Schließlich sind den Walisern in ihrer Karriere Lieder gelungen, die qualitativ wie aus dem Lehrbuch klingen. So eröffnet ihr wohl erfolgreichster Song "Mulder and Scully" gleich den Reigen der Pophymnen, die allesamt vom launischen Organ von Cerys Matthews getragen immer wieder in Wutausbrüche ausarten und dabei nie ihre Melodieseligkeit vermissen lassen.

Die Songauswahl an sich spricht allerdings auch Bände: Von den beiden ersten, melodischen und wundervollen Alben "Way Beyond Blue" und "International Velvet" ist reichlich Material zu finden, während die neuesten, eher durchschnittlichen Alben "Equally Cursed And Blessed" und "Paper Scissors Stone" ziemlich rar vertreten sind. Eigentlich erfreulich, so bleibt einem manche überladene Kitschhymne erspart. Zusätzlich finden sich noch zwei Songs, die zusammen mit Pop-Opa Tom Jones aufgenommen wurden ("The Ballad Of Tom Jones Space Featuring Cerys From Catatonia" und "Baby, It's Cold Outside") . Zweifelsohne nette Pop-Stücke, aber insgesamt unnötige Musik.

So bleibt ein zwiespältiger Eindruck von der Werkschau zurück: Sicher, Catatonia haben uns mit etlichen wunderbaren Pop-Rocknummern ("Mulder and Scully", "Road Rage", "I Am The Mob") erfreut und die findet man auch in reicher Zahl auf dieser CD. Aber der Werdegang einer Band, die mit der Zeit ihr Gesicht verloren hat und den ganz großen Durchbruch nie geschafft hat, wird eben auch dokumentiert. Deswegen fragt man sich, weshalb man diese Best-Of überhaupt braucht. Es würde nämlich völlig reichen, das erstklassige Zweitwerk "International Velvet" zu erwerben, um sich ein Bild von dieser Band zu machen. So bleibt das Greatest Hits eine weitgehend unnötige Angelegenheit, dessen Content aber trotzdem nicht zum Schlechtesten zählt.

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