Foo Fighters - One By One - Cover
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Foo Fighters One By One


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 53 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine Offenbarung ist "One By One" nicht geworden und man könnte auch behaupten, dass den Mannen um Dave Grohl in der Vergangenheit schon Besseres gelungen ist.

Sieht man sich die musikalische Karriere eines Dave Grohl an, so sind die Referenzen leicht zu finden. In keiner geringeren Band als Nirvana getrommelt, dann mit den Foo Fighters ein neues Projekt gestartet und Hits wie "Everlong" oder "Learn To Fly" abgeworfen und schließlich mal so nebenbei mit den "Queens Of The Stone Age" eines der besten Alben der jüngsten Rockgeschichte produziert. Mal als Drummer, dann wieder als Sänger und Songwriter: Der Mann ist ein Multitalent, und kein Ende ist in Sicht: Sein Metal-Projekt "Probot" wird in nicht zu ferner Zukunft ein erstes Album präsentieren können. Und doch waren die "Foo Fighters" immer schon Grohl's Stammband und von Vernachlässigung kann beim vierten Werk "One By One" nun wirklich nicht die Rede sein.

"Alles was du im Leben tust, hat Auswirkungen auf das, was du machst" sagt Dave Grohl auf die Frage, ob sein QOTSA-Intermezzo Einfluss auf die neue Foo-Platte gehabt hätte. Auffallend ist im Vergleich zum letzem Album "There's Nothing Left To Lose" die wiedergewonnene, fast grungige Härte, die insgesamt nur eine Ballade (herausragend: "Tired Of You") zulässt. Zudem lassen gewisse Stücke ("Low", "Come Back") hier und da ein paar Kyuss- bzw. QOTSA-Parallelen zu, aber insgesamt ist das alles doch immer noch ganz deutlich Foo Fighters.

Unwiderstehliche Melodien und gnadenlose Hooklines gehen hier eine Symbiose mit harten Riffs und viel Emotion ein. Bestens zu beobachten in der hervorragenden, ersten Singleauskopplung "All My Life", die zwischen butterweichen Gesangslinien und mittleren Wutausbrüchen pendelt. Extrem straighter Rock'n Roll, aber mit den Ecken und Kanten, die nun einmal dazugehören und die Platte auch erst nach mehrmaligem Durchhören in ihrer vollen Pracht erstrahlen lassen. Ist nach dem ersten Durchlauf noch eine gewisse Ernüchterung ob des scheinbar konventionellen Aufbaus mancher Songs auszumachen, fangen Lieder wie "Low" oder der Mega-Ohrwurm "Times Like These" erst nach häufigerer Anhörung richtig an zu blühen. Das ist Rock fern von Pseudo-Grunge à la Nickelback oder The Calling, feinst gespielt, perfekt und simpel arrangiert, melodieverliebt und fern vom Mainstream.

Klar, eine Offenbarung ist "One By One" nicht geworden und man könnte auch behaupten, dass den Mannen um Dave Grohl in der Vergangenheit schon Besseres gelungen ist. Aber im Vergleich zu aktuellen Rockcombos ist den Foo Fighters hier ein Album geglückt, das jenseits von irgendwelchen Klischees feinsten, unterhaltsamen und extrem soliden Rock bietet, wenngleich es "Songs For The Deaf" von den Queens Of The Stone Age in seiner Genialität nicht zu erreichen vermag.

Anspieltipps:

  • All My Life
  • Times Like These
  • Tired Of You
  • Come Back
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