Nirvana - Nirvana - Cover
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Nirvana Nirvana


  • Label: Geffen/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 60 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine Hit-Ansammlung, die keiner braucht? Man weiß es nicht.

Wie kann man eine CD beurteilen, die von einer Band herausgebracht wird, die 1994 aufgrund des freiwilligen Ablebens ihres Frontmannes auseinanderfiel? Wie soll man eine Best-Of beurteilen, die Songs enthält, die besagter Frontmann wohl nie in dieser Zusammenstellung herausgebracht hätte? Und wie ist eine CD zu betrachten, um die es jahrelanges Tauziehen und einen wahren Krieg gegeben hat?

Fragen, die nach einer Antwort suchen, die es wohl nicht geben kann. Der unsägliche Krieg zwischen Kurt Cobains Witwe Courtney Love und den verbleibenden Nirvana-Mitgliedern Dave Grohl und Krist Novoselic um die Herausgabe der Nirvana-Werkschau scheint begraben, was aber nichts daran ändert, dass der hässliche Schatten der Abzocke diese CD stets begleitet. Der musikalische Einfluss von Nirvana ist unstrittig. Mit dem Release von "Nevermind" 1991 löste man eine Lawine aus, die letztlich seinen Schöpfer, Kurt Cobain, zugrunde gehen ließ und am 5. April 1994, dem Todestag von Cobain, ihr Ende fand. Vorher hatte man vier Studioalben und ein famoses MTV-Unplugged-Album herausgebracht, aus denen nun die angeblich 14 besten Songs herausgefiltert wurden.

Dabei wird schnell klar, dass das Wütende, Zerstörerische, Kompromisslose und Revolutionäre dieser Band auf der Greatest-Hits-Sammlung größtenteils verlustig ging. Aus dem Debüt "Bleach" ist nur der halbwegs eingängigste Song "About A Girl" zu finden, aus "Nevermind" natürlich die Meisterstücke "Smells Like Teen Spirit" (und die Gänsehaut kommt immer noch hoch) und "Come As You Are", ein Stück aus "Incesticide" ("Sliver") sowie die geradlinigeren Stücke von "In Utero". Einfach eine Ansammlung der größten Hits von Nirvana, die jedem gefallen dürfte, der heute Creed oder 3 Doors Down hört.

Als Boni findet man zum Schluss das David-Bowie-Stück "The Man Who Sold The World", das auch schon auf dem Unplugged-Album zu hören war sowie den sagenumwobenden, letzten, nie veröffentlichten Nirvana-Song "You Know You're Right". Ein herausragendes Lied, keine Frage, gehalten im Cobain-typischen Laut-Leise-Schema und bei aller Wut melodiös, das zumindest ansatzweise erahnen lässt, dass Cobain 1994 zumindest musikalisch noch lange nicht mit seinem Latein am Ende war.

Aber trotz allem muss man sich doch fragen, wer diese Best-Of überhaupt benötigt. Echte Fans haben ohnehin schon alle Platten, und wegen eines Liedes gibt man wohl eher nicht 15 Euro aus. Eine Hit-Ansammlung, die keiner braucht? Man weiß es nicht, eines steht jedoch fest: Bei aller Kritik an der Zusammenstellung der Songs und dem Hintergrund der Veröffentlichung der CD: Was hier auf der LP geboten wird, hat um Einiges mehr Gehalt als (fast) alles, was heutzutage auf dem Rocksektor geboten wird und sollte allen Nickelback-Verehrern zum Pflichtkauf erklärt werden.

Anspieltipps:

  • You Know You're Right
  • Smells Like Teen Spirit
  • Come As You Are
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