Ja Rule - The Last Temptation - Cover
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Ja Rule The Last Temptation


  • Label: Def Jam/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 56 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Vor kurzem gab Ja Rule bekannt, dass er sich nach zwei weiteren Alben aus dem Musikgeschäft zurückzuziehen gedenke, um sich mehr auf seine Karriere als Schauspieler zu konzentrieren. So ist er in den USA derzeit an der Seite von Steven Seagal in „Half Past Dead“ und im Sommer in der Fortsetzung von „The Fast And The Furious“ (diesmal ohne „Triple X“-Darsteller Vin Diesel, der noch beim ersten Teil mitwirkte) zu sehen.

Ja Rule, mit bürgerlichem Namen Jeffrey Atkins (aus den Initialen beider Namen ergab sich „Ja“), wuchs im New Yorker Stadtteil Hollis, Queens, auf. Bereits mit 16 Jahren schrieb er seine ersten Lyrics. Auf der B-Seite von Mic Geronimo´s „Time to build“, konnte er 1995 erstmals sein Können auf einer Platte unter Beweis stellen. Zusammen mit Nemesis und Chris Black formierte er das Trio „Cash Money Click“, das allerdings nur eine Single ("Get the fortune“/"For my click“) veröffentlichte. Der Produzent Irv Gotti, der bei Mic Geronimo´s erstem Album („Natural“) als ausführender Produzent zuständig war, hörte von Ja Rule und nahm ihn sofort unter seine Fittiche. Daraufhin vermittelte Irv Gotti ein Treffen Ja Rules mit Def-Jam-Präsident Lyor Cohen. Dieser war so beeindruckt, dass er Ja Rule unter Vertrag nahm und Irv Gotti als A&R-Manager für Def Jam verpflichtete. Während Irv Gotti zu einem der mächtigsten Männer im Musikbiz aufstieg und das Def-Jam-Sublabel „Murder Inc.“ gründete, ging Ja Rule erst einmal durch die bewährte Def-Jam-Feature- und Kollabo-Schule. So erweiterte Ja Rule beispielsweise mit seinem Featurebeitrag zu „Can I get a ...“ von Jay-Z (aus dem "Rush Hour"-Soundtrack) seine Fangemeinde. Der Markt war bereit für Ja Rule und es erschien 1999 das Debütalbum „Venni Vetti Vecci“. Er kam, sah und siegte wirklich, denn auch seine folgenden Releases „Rule 3:36“ (2000) und „Pain is Love“ (2001) wurden Megaerfolge.

“The Last Temptation“ (Die letzte Versuchung), seine mittlerweile vierte Soloscheibe, soll natürlich an die Erfolge der Vorgänger anknüpfen. Seine Raps werden häufig mit denen von Tupac Shakur verglichen, was ihm sehr imponiert. Er ist auch der Meinung, dass sich beide sehr gut verstehen würden (wenn 2 Pac noch leben würde) und spricht dies auch in der Remixversion von „The Pledge“ featuring Nas und Ashanti, der mit dem Instrumental von 2Pac´s „So many tears“ („Me against the world“) unterlegt ist. Das interessante an dem Song ist die Zusammenarbeit mit Nas, da er lange Zeit nicht gut auf Murder Inc. zu sprechen war. Es folgte zwar ein gemeinsamer Auftritt bei den MTV Music Awards von Nas, Ja Rule und Ashanti, jedoch werden angeblich weder Murder Inc. noch Irv Gotti im Booklet des kommenden Nas-Albums („God´s Son“) erwähnt. Ob diese Gerüchte wahr sind, werden wir spätestens am 16. Dezember erfahren, wenn das Album erscheint. Niemand anderes als Thug-Sänger Bobby Brown konnte für „Thug Lovin`“, der ersten Singleauskopplung und dem absoluten Ohrwurm von „The Last Temptation“, gewonnen werden. Sowohl Ja Rule, als auch Irv Gotti, der versuchte Bobby Brown zu Murder Inc. zu holen (was scheiterte), outeten sich als Fans des R‘n‘B-Sängers und fanden dies Grund genug, ihm somit musikalische Präsenz zu verschaffen. Auch für „Mesmerize“ kooperierte Ja Rule mit einem R‘n‘B -Künstler, nun allerdings mit jemandem aus den eigenen Reihen und zwar mit Ashanti, die dem Song ganz klar ihren Stempel aufdrückt. Der von den Neptunes produzierte Track „Pop Niggas“, welcher sich im Stil eines Synthesizer- und Schlagzeugautomaten präsentiert, weckt aufgrund Ja Rules Rap-Style Erinnerungen an seinen Klassiker „Holla Holla“. Neben „So many tears“ für „The Pledge Remix“ wurden noch andere Samples eingesetzt. So musste „Anniversary“ von Tony Tone Toni für „Murder me“ featuring Caddillac Tah & Alexi und „Funky Sensation“ für den Titeltrack und Gute Laune-Song „Last Temptation“ featuring Charli Baltimore herhalten. Besser gelang ihm wohl „Murder Reigns“, dem ein Sample von Toto „Africa“ zugrunde liegt. Man muss hierzu noch bemerken, dass es sich hierbei um keine neue Idee handelt, da Xzibit diesen Sample bereits vor längerer Zeit für „Heart of Man“ („Man vs. Machine“) verwendete. Während man mit „The Warning“ noch die übliche Verbitterung zu spüren bekommt, gewährt Ja Rule mit „Rock Star“ einen Einblick ins Starleben. Dabei verbindet er geschickt Rap-Beat mit E-Gitarrenbegleitung. Einen kleinen Vorgeschmack auf die künftig stärker werdende Zusammenarbeit zwischen Suge Knights Label Tha Row (früher Death Row) und Irv Gotti´s Murder Inc. bietet „Connected“ featuring Eastwood und Crooked I (Tha Row), in dem Ja Rule einen Diss in Richtung 50 Cent und Def-Jam-Kollegen DMX (Earl Simmons) schickt, mit denen er im Moment kleinere Meinungsverschiedenheiten hat.

Mit „The Last Tempation“ wollte Ja Rule eigentlich an frühere Zeiten erinnern und seine durch kommerziellere Songs verloren gegangene „Street Credibility“ mit „rougheren“ Beats und Lyrics zurückerobern. Dies gelang ihm mit diesem fast einfallslosem Album nicht. Der Hauptteil bewegt sich im Bereich des Midtempo-R‘n‘B, womit er mit Sicherheit weiterhin die Radiosender dominieren wird. Die große Song-Vielfalt, die man von einem Ja-Rule-Album erwartet, kann sein neuestes Werk leider nicht anbieten.

Anspieltipps:

  • Thug Lovin'
  • Mesmerize
  • Pop Niggas
  • Connected
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