Crazy Town - Darkhorse - Cover
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Crazy Town Darkhorse


  • Label: Epic/SONY
  • Laufzeit: 48 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
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Ab zurück in die Highschool!

2002 - Das Jahr der sterbenden One-Hit-Wonder? Nach den durchwachsenen Zweitalben von 3 Doors Down und Papa Roach steht auch "Darkhorse" von Crazy Town schon vor der ersten Ansicht unter keinem guten Stern. Außerdem war der große Hit "Butterfly", der Crazy Town über Nacht bekannt machte, gar nicht aus eigener Feder. Was soll man also erwarten? Langweilige Standards-Riffs, uninspirierende Rotznasen-Lyrik oder vielleicht doch eine positive Überraschung?

Letztere bleibt leider aus. Denn "Darkhorse" erfüllt eigentlich alle Erwartungen und gibt den Nu-Metal-Verehrern was sie wollen: Balladeskem wurde der Rauswurf erteilt, die Verstärker noch ein Stückchen dicker aufgedreht und der Gesang noch eine Spur bösartiger. Das klingt im Grunde in keiner Weise anders als Linkin Park, Limp Bizkit und Konsorten und beglückt seine Hörer mit Holz-Lyrik wie "so many tatoos, there ain't no more room for scars" und Texten, die jedes Kind aus der noch so vergammelsten Highschool in den USA verstehen wird. Wunderbar.

Hier wurde Rockmusik produziert, die zwar an sich solide klingt, aber nichts, aber auch wirklich nichts Neues bietet. Beispiele gefällig? "Hurt You So Bad" oder "Drowning" rocken ganz nett, muten in ihrer Eintönig- und Austauschbarkeit aber gefährlich ähnlich wie Britney-Spears-Lieder an, auf deren Musik quasi nur verschiedene Texte gebannt wurden. Sieben Musiker zählt die Band aus Kalifornien, wirklich zur Geltung kommt diese Überbesetzung aber nicht wirklich: Ist bei Acts wie Slipknot jeder brachiale Ton der neun Bandmitglieder zu hören, muten Crazy Town wie Lämmchen daher, die halt noch einen Keyboarder mit dazugenommen haben. Das funktionierte beim ruhigeren "Gift of Game" noch recht gut, ist jetzt aber Standard und ideenlos.

So bleibt festzuhalten: "Darkhorse" ist ein enttäuschendes Zweitalbum, das in einer Reihe mit Acts wie Alien Ant Farm, Limp Bizkit, Papa Roach, Trust Co. steht und letztlich nicht mehr als unnötige Musik ist. Wem allerdings die oben genannten Bands gefallen und wer es nicht immer so überkomplex haben muss, der wird an den soliden Hooks der Amerikaner durchaus Freude haben. Allen anderen empfehle ich weitaus besseres Material, das noch dazu zum selben Preis erhältlich ist: Audioslave, Queens Of The Stone Age und Pearl Jam haben mit ihren neuen Alben etwas geschaffen, wovon Crazy Town noch nicht mal träumen. Ab zurück in die Highschool!

Anspieltipps:

  • Drowning
  • Sorry
  • Hurt You So Bad
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