The Libertines - Up The Bracket - Cover
Große Ansicht

The Libertines Up The Bracket


  • Label: Rough Trade
  • Laufzeit: 37 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

37 Minuten Spielzeit, effektiv vollgepumpt mit Kleinoden, Charme und famosen Songs.

Rock 'n Roll Bands aus aller Welt erobern sämtliche Musikmärkte des Erdballs. Bands - natürlich - aus den USA, aus Australien oder gar aus Schweden. Nur nicht aus Großbritannien. Da nölt ein Noel Gallagher unverändert seine sich immer wieder selbstzitierenden Beatles-Rip-Offs, da wabern Coldplay und Travis immer noch in der Ursuppe, die Radiohead einst zusammenrührten. Nur bei der Rock-Revolution wollten sie irgendwie nicht teilnehmen.Und gäbe es nicht The Libertines, ein Haufen blutjunger, musikbesessener Halbstarker, wäre der oben beschriebene Zustand nicht nur eine Horrorvision, sondern bittere Realität.

Doch so scheint der Rock nun auch von der Insel aus gerettet zu werden. "Up The Bracket", produziert von "The Clash"-Mann Mick Jones, ist nichts anderes als Rock in seiner ureigensten, energischsten und kompromisslosesten Form. Scheinbar hingerotzte Stückel-Riffs weiten sich zu schlicht genialen Rockhymnen aus ("The Good Old Days"), die niemanden unberührt lassen. Was will man auch machen, wenn Sänger Pete Doherty in "The Boy Looked At Jonny" in englischer Proll-Manier "New York City's very pretty in the nighttime - but don't you miss Soho?" singt, als im sich anschließenden Hooligangesang hemmungslos mitzugrölen? Live muss das die ultimative Rock-Band sein, denkt man sich.

Langeweile will da gar nicht aufkommen: Zwischen Garagenrock ("Up The Bracket") findet sich ein bisschen Akustik ("Radio America"), daneben mit "Time For Heroes" ein bisschen Smiths-Remineszenz. Ein famoses, stürmisches und wildes Debüt, das voller Überraschungen, Ecken und Kanten und Proll-Faktoren steckt, dabei sicher hier und da anecken wird wegen seines ungehobelten Charmes, das man aber unbedingt in seiner Sammlung haben sollte. Nach 37 Minuten ist der Spuk vorbei. Etwas wenig, aber wer seine Spielzeit so effektiv voller Kleinode vollpumpt, kann sich das auch leisten.

Anspieltipps:

  • Vertigo
  • Up The Bracket
  • The Good Old Days
Neue Kritiken im Genre „Rock“
Diskutiere über „The Libertines“
comments powered by Disqus