The Hives - Your New Favourite Band - Cover
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The Hives Your New Favourite Band


  • Label: Burning Heart/SPV
  • Laufzeit: 28 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Was tun, wenn einem die unaufhörliche „The“-Bands-Schwemme allmählich auf den Wecker zu gehen droht, weil die Qualität der wie Pilze aus dem Boden schießenden Bands immer mehr abnimmt? Ganz klar: Man lege einfach das neue, total impertinente Album des Schweden-Fünfers „The“ Hives auf und genieße die Ansammlung von 12 „Greatest Hits“ und B-Seiten-Songs aus fünf Jahren Bandkarriere.

Der Spaß hört auf den bescheidenen Titel „Your new favourite band“ und serviert dem geneigten Hörer die Essenz aus den Alben „Barely legal“ (1997), „Veni Vidi Vicious“ (2000) und den EP‘s „a.k.a I-D-I-O-T“ und „Hate to say I told you so“. De facto gibt es also überhaupt nichts Neues zu entdecken. Aber genau das macht den Reiz dieser Band und der vorliegenden Platte aus. Die Burschen aus der kleinen Industriestadt Fagersta greifen voller Elan auf die exzessiven Ursprünge des Rock 'N' Roll zurück. Und sie tun dies mit einem Instinkt für poppige Melodien, von dem jede aufstrebende Band der Welt nur träumen kann. The Hives besitzen die seltene Kunst, sich die fundamentalen Zutaten der Rockmusik vom 50er Jahre Rock 'N' Roll über 60er Jahre Garagen-Rock bis hin zum 70er Jahre Punk Rock herauszunehmen und sie immer wieder zu einer kernigen Klangmischung zusammenzumixen.

Dabei basieren die Kompositionen nach Aussage der stets in schwarzen Anzügen gekleideten Band nicht auf eigenen Ideen, sondern beruhen auf den Einflüssen höherer Mächte: „Die Sache ist die, dass wir unsere Songs gar nicht selbst schreiben, sondern die Eingebung von einer übernatürlichen Kreatur haben. Sein Name ist Randy Fitzsimmonds und er ist eine Art fiktionale Figur. Letztendlich ist es aber an uns, die Songs zu spielen, und da werden sie zu Punk-Rock. Der göttliche Geist kann uns kontrollieren und dazu bringen, die Songs so zu spielen, wie er sie haben will. Mit „simpel, straight, kurz und mit jeder Menge Energie“ bringt Gitarrist Nicholaus Arson den typischen Hives-Song, der gerne mit unbekümmerten ‘aah-whou-whou-whou’-Refrains und obligatorisch ungestümem Tempo haufenweise jugendlichen Charme versprüht, auf den Punkt. Dazu muss man wissen, dass die Schweden eine Produktion grundsätzlich so angehen, als sei es ihre letzte. Und so klingen die durchschnittlich 2 ½ Minuten kurzen Songs auch.

Ohne Rücksicht auf Verluste stürmen die Twentysomethings durch die zwölf Stücke auf „Your new favourite band“, dass es eine wahre Freude ist, ihnen beim gepflegten Abrocken zuzuhören. Zwar lässt sich anhand der hier abgedeckten fünf Jahre Bandgeschichte eine musikalische Veränderung vom rotzigen High-Energy-Punk („Die, all right!“, „Outsmarted“, „Here we go again“) hin zu etwas eingängiger konzipierten Songs („Main offender“, „Hate to say I told you so“, „Supply and demand“) erkennen. Doch das zeigt nur, dass die Gruppe in der Lage ist sich weiterzuentwickeln und nicht im Sumpf der skandinavischen „Immer-Auf-Die-Fresse-Bands“ zu versinken droht. Wer also Spaß an punkigen Rocksongs hat und eine Mischung aus verschroben Riffs der Strokes, eine Prise Rotz-Rock der Hellacopters und dazu noch eine Portion Punk à la The Stooges oder New York Dolls in Kauf nimmt, dem sei das hauptsächlich für den amerikanischen und britischen Markt zusammengestellte Album der Hives empfohlen.

Anspieltipps:

  • Main offender
  • Automatic schmuck
  • Supply and demand
  • Hate to say I told you so
  • The Hives are law, you are crime
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