Soundtrack - Cradle 2 The Grave - Cover
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Soundtrack Cradle 2 The Grave


  • Label: Def Jam/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 74 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Im Musikbiz gehört er bereits zu den erfolgreichen Rap-Größen, im Filmbereich möchte er sich weiterhin etablieren. Die Rede ist von Earl Simmons, besser bekannt als DMX. Seine musikalischen Anfänge machte er in New York, wo er bei seiner Tante aufwuchs. Seine erste Single „Born Loser“ (1992) floppte aufgrund geringer Promotion. Danach wurde es lange Zeit still um „Dark Man X“, bis er dann 1997 von Def Jam Recordings gesignt wurde. Mit vier Alben innerhalb von vier Jahren (1998 - 2001) bescherte er dem Def-Jam-Sublabel Ruff Ryders jeweils Mehrfach-Platin-Erfolge. In diesem Zeitraum spielte er auch in diversen Filmen wie „Belly“, „White Lines“, „Romeo Must Die“ und „Exit Wounds“ mit, wo er auch auf den Soundtracks zu hören war. Eine Filmproduktion seiner eigenen Company „Bloodline Films“ mit dem Titel „Never Die Alone“ ist ebenfalls in Planung.

Nun fungierte DMX jedoch das erste Mal als Executive Producer für einen Soundtrack für den am 24. April 2003 in den deutschen Kinos anlaufenden Film „Cradle 2 The Grave" (deutscher Titel: Born 2 Die)". Darin spielt DMX einen Gangleader (Ruff-Ryders-Kollege Drag-On ist als Gang-Mitglied zu sehen), dessen Tochter Vanessa entführt wird. Um sie befreien zu können, muss Fait (DMX) mit dem taiwanesischen Regierungsbeamten Su (Jet Li) kooperieren. Eine ungewöhnliche Kombination, weshalb es sich hierbei nicht wirklich um einen klassischen Buddy-Action-Film handelt. Die Story knüpft allerdings an Buddy-Movies wie „Rush Hour“ oder „I Spy“ an. Doch das ist noch nicht alles, denn der Soundtrack ist auch das erste offizielle Album auf DMX‘ Sublabel „Bloodline Records“ und featured vieler seiner Schützlinge (Bazaar Royale, Jinx & Loose, Big Stan & Kashmir).

Die Singleauskopplung und gleichzeitig der Opener des Soundtracks ist die Party-Nummer „X gon` give it to ya“ mit schnellem Beat, den man aus früheren DMX-Hits („Party up in Here“, „What´s my name?“) gewohnt ist. „Go to sleep“ stellt eine Zusammenarbeit von DMX und „Shady Records“ dar. Schließlich produzierte Eminem den Track und ist mit Schützling Obie Trice darauf vertreten. Der Rap-Part von DMX dürfte wohl an Ja Rule gerichtet sein; er disst ihn allerdings nicht direkt darin. Vom Aufbau her könnte man denken, dass es sich um eine Fortsetzung von „Lose yourself“ handelt. Der Beat ist sehr düster und enthält Samples von Pistolenschüssen. Der von Shatek King aus South Jamaica/Queens produzierte Song „What‘s it all for?“ hingegen, ist sehr rockig, was an den Gitarren-Riff-Samples liegt. Der Neuling Bazaar Royale aus Brooklyn stellt sich darin vor und erklärt wofür er Musik macht. „What‘s it all for?“ gehört jedoch zu den schwächeren Songs auf “C2G”. 50 Cent und seine G-Unit rappen auf einem sehr ruhigen, asiatisch angehauchten Beat (auch hier fehlen die Pistolenschuss-Samples nicht) und liefern mit „Follow me gangster“ eine wesentlich bessere Leistung. Es folgt „Stompdashitoutu“, ein Battletrack zwischen Queens und Brooklyn in dem sich M.O.P. und C.N.N. (Capone~N~Noreaga) mit energiegeladenen Lyrics abwechseln.

Nachdenkliche Lyrics gibt es in „My life (cradle 2 the grave)“ von Foxy Brown und der frisch auf ihrem Label „Ill NaNa - Entertainment“ unter Vertrag genommenen R´n`B-Neuentdeckung Althea, die den Gesang übernimmt, zu hören. Der sanfte Beat vermittelt sehr viel Nostalgie und sie rappt darüber, dass die ganzen Beef-Geschichten ein Ende nehmen müssen, wenn man sieht dass hervorragende Rapper wie 2Pac, The Notorious B.I.G. und Jam Master Jay, aufgrund von Verfeindungen bzw. größerer Meinungsverschiedenheiten nicht mehr am Leben sind. „Fireman“ von Drag-On ist, was das Tempo betrifft, sehr abwechslungsreich und hat „Wah-Wah-Effekte“ eingebaut, die man beispielsweise aus „Shaft“ kennt. In „Right/Wrong“ blickt DMX auf richtig bzw. falsch getroffene Entscheidungen in seinem Leben zurück und dass auf einem etwas sentimentalem, aber zugleich zum Kopfnicken motivierendem Beat – produziert von DJ Envy der in den Staaten durch seine Mixtapes („DJ Envy presents ... Sex and the City“ „Envy`s Angels“, “The Sopranos“) bekannt geworden ist. Echte Straßengefühle vermitteln die Bloodline-Records-Interpreten Jinx & Loose aus Yonkers, New York mit “It’s gon` be what it`s gon` be“ und Big Stan aus Harlem mit „Hand that rocks the cradle“. Big Stan, der auch schon auf dem Debütalbum von DMX vertreten war, ist seit den Anfangszeiten mit DMX befreundet, denn er lernte ihn bei einem Battle gegen ihn kennen. Fat Joe und Young ‘N Restless lassen es auf „C2G“ noch mal mit aggressiven Rhymes auf klassischem mit Bässen angereicherten Sound ordentlich krachen. Auf dem Bonus-Track „Getting down“ gibt sich fast die komplette Bloodline-Records-Familie inklusive DMX die Ehre.

Viele der insgesamt 19 Tracks, wären für den Kino-Film tauglich, ob sie darin auch wirklich vorkommen werden, wird sich zeigen. Die wenigen nicht so gut gelungenen Stücke halten sich bei der Menge in Grenzen. DMX ist mit „Cradle 2 the grave“ ein guter Soundtrack gelungen, der schon mal einen Vorgeschmack auf kommende Bloodline-Produktionen gibt.

Anspieltipps:

  • DMX - „X gon' give it to ya“
  • Eminem Feat. DMX & Obie Tice - „Go to sleep“
  • Foxy Brown Feat. Althea - “My life (cradle 2 the grave)”
  • DMX - „Right/Wrong“
  • Jinx & Loose - „It's gon' be what it's gon' be“
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