Turin Brakes - Ether Song - Cover
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Turin Brakes Ether Song


  • Label: Source/EMI
  • Laufzeit: 58 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Das zweite Album der Turin Brakes ist wiederum als gelungen einzustufen.

Die Turin Brakes - Vorreiter des "New Acoustic Movement", Träger der Parole "Quiet is the new loud" und die Meister der Akustik. Alles das sind die Prädikate, die nach dem famosen Debüt "The Optimist LP" ausgesprochen wurden für die beiden Engländer. Ihr Sound war nicht neu, aber doch revolutionär: Auf den eigentlichen Song reduzierte, akustik-schwangere und melancholische Lieder, die fast skizzenhaft in kleine, aber feine Melodien verpackt wurden. Daran sollte jetzt angeknüpft werden, und die erste Single "Pain Killer (Summer Rain)" schafft das auch gleich famos: Raumgreifende Akustikgitarren, eine wunderbare Melodie und mehrstimmiger Gesang machen dieses Lied unwiderstehlich. Doch wie sieht es mit dem ganzen Album "Ether Song" aus?

Was hier zunächst auffällt, ist eine leichte Enttäuschung: Auf "Ether Song" gibt es kein einziges Lied, das in seiner Melodiösität und Intensität an "Pain Killer" herankommt. Im Laufe der elf restlichen Lieder regieren zunehmend auch E-Gitarren, viel Keyboard und ingesamt eher komplexere Songstrukturen, die wirklich Zeit brauchen, bis sie sich entfalten. Bis man zum Beispiel "Little Brother", ein fast schon an Radiohead gemahnendes Fünf-Minuten-Teil, für sich liebgewonnen hat, können schon mal fünf Hördurchgänge vergehen. Dagegen stehen allerdings auch eher simple Lieder wie das beschwingte "Average Man" oder "Stone Thrown". Wer die neuesten Werke von "Travis" oder "Starsailor" mag, wird hier mit dezentem und ruhigen Material ebenfalls verwöhnt. Lieder wie "Falling Down" brauchen ihre Zeit, bis sie sich einprägen, erstrahlen danach aber umso mehr in ihrer Schönheit.

Ganz groß wird das Album aber vor allem am Anfang, mit dem herrlichen "Blue Hour", das den Raum mit einer Intensität erfüllt, die ihresgleichen sucht. Selbiges gilt für "Long Distance", einem der wenigen Lieder mit wirklich einprägsamen Refrain und dem hochmelancholischen "Self Help" ("The End, the end, the end, my friend, where's the end?").

Insgesamt muss jedoch klar konstatiert werden, dass man Geduld braucht, um diese CD wirklich zu lieben. Wem "Pain Killer" ganz toll gefallen hat und wer gleichzeitig nichts für Bands wie "Travis" empfinden kann, der dürfte mit "Ether Song" enttäuscht werden. Man sollte schon in einer gewissen Stimmung sein, um sich diese Lieder zu Gemüte zu führen, Euphorie macht sich nämlich nur selten breit. Ansonsten ist das zweite Album der Turin Brakes wiederum als gelungen einzustufen, auch wenn hier und da etwas mehr Songs im Stile von "Pain Killer" oder dem Hit des letzten Albums "Underdog" noch schön wären. Ansonsten ist "Ether Song" schöne Musik abseits des Mainstreams.

Anspieltipps:

  • Blue Hour
  • Long Distance
  • Pain Killer
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