Macy Gray - The Trouble With Being Myself - Cover
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Macy Gray The Trouble With Being Myself


  • Label: Epic/SONY
  • Laufzeit: 49 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit diesem Album im Gepäck, muss man sich keine Sorgen um die Zukunft von Macy Gray machen.

Vor vier Jahren erschien Macy Grays Major-Debüt „On how life is“. Es schoss wie eine Rakete in den Charts-Himmel und bescherte der smarten Künstlerin schlagartig Ruhm und Erfolg. Zwei Jahre später ging der Nachfolger „The ID“ sang- und klanglos wie eine Bleiente unter und landete schneller auf den Grabbeltischen der CD-Discounter, als es Plattenfirma und Künstlerin recht sein konnte. Nun erscheint das dritte Werk „The trouble with being myself“, das richtungsweisend für den weiteren Verlauf der Karriere von Natalie McIntyre, alias Macy Gray, sein dürfte.

In Zeiten talentfreier Hupfdohlen, die die Hitparaden mit ihren kaum vorhandenen Gesangsfähigkeiten verstopfen, sticht Macy Gray mit ihrer bemerkenswerten Stimme aus der Masse heraus. Ihr unverwechselbar rauchiges Timbre fasziniert jedes Mal aufs Neue und stellt die perfekte Verpackung für Macys Texte zwischen beißendem Zynismus, romantischen Liebesgeschichten und lebensbejahenden Alltagserlebnissen dar. So stammen auch auf dem aktuellen Album wieder sämtliche Texte aus der Feder von Macy Gray, während sie bei den Kompositionen auf die Hilfe einer illustren Songwriterschar zurückgreifen konnte. Auf diesem Weg wurden zwölf Songs in diversen Luxus-Aufnahmetempeln in Hollywood eingespielt, die am 28. April auf „The trouble with being myself“ in die Läden kommen.

Der Opener des dritten Macy-Gray-Albums, „When I see you“, ist ein fein groovender Popsong, dessen Text von der positiven Lebensenergie, die das geschäftige Werben um einen bewunderten Menschen freisetzt, erzählt. Und das ist nur der erste einer ganzen Reihe kraftvoller Lovesongs. In „She ain't right for you“ kritisiert Macy einen Mann, der seine Zeit mit einer anderen verschwendet anstatt endlich zu bemerken, dass sie die richtige für ihn ist. Dieser Track ist mit Sicherheit einer der Höhepunkte des Albums und setzt Macys Ausnahmestimme brillant in Szene. „Happiness” ist ein schmissig-energischer Mid-Tempo-Track, der seinem Titel in vollem Umfang gerecht wird. In dem Song, den sie zusammen mit Darryl Swan produziert hat, zählt Macy die vielen kleinen Freuden des Lebens auf, für die wir doch bitte endlich einmal dankbar sein sollten, anstatt immer nur zu jammern. Eine Botschaft, die vielleicht die Quintessenz aus „The trouble with being myself“ ist. Bei „Jesus for a day“ klingt ihre Stimme glockenklar - und ist eingebettet in einen geschmeidig groovenden Sound, dessen gekonnte Ausarbeitung auf das Konto von Macy selbst und Dallas Austin geht. Piano und Streicher begleiten Macy, während sie darüber nachsinnt, was sich wohl ändern würde, könnte man die Welt nur einen einzigen Tag lang zum besseren beeinflussen. „It ain’t the money“ ist ein mörderischer Tanzflächenfüller mit amtlich pumpenden Beats, fetten Bläserriffs und Rap-Einlagen von Pharoahe Monch und der Titel „Come together”, mit seinen perfekten Bläser- und Streicher-Arrangements, illustriert, warum Macy Gray als eine der wenigen Popstars dieser Zeit in der Lage ist, so unterschiedliche Musik-Stile wie HipHop, Jazz, R&B, Soul und Rock zusammenzubringen.

Mit diesem Album im Gepäck, muss man sich keine Sorgen um die Zukunft von Macy Gray machen, denn „The trouble with being myself“ ist ein durch und durch sympathisch klingendes Sommeralbum geworden, das die Momentaufnahmen und Geschichten in ihren Texten facettenreich einfängt und mit frischen Beats unterlegt. Die Hooklines sind ausnahmslos edel arrangiert und klingen zu keiner Zeit abgegriffen oder recycelt. Auf diesem Niveau macht Popmusik tatsächlich wieder Spaß. Die Songs tragen förmlich die Sonne im Herzen und könnten zu Dauerbrennern auf so mancher Grillparty werden. Vorausgesetzt, wir dürfen in diesem Jahr mal wieder so etwas wie einen Sommer erleben. Warum dann nur sieben anstatt neun oder gar zehn Punkten für die CD? Nun, ein sympathisches Album ist nicht gleich ein Meisterwerk. Neben vielen gelungenen Songs tummelt sich auch ein wenig Füllmaterial auf dem Silberling. Und trotz vieler Ideen, frischen Sounds und überwiegend guten Hooklines, kann man dem Album eine gewisse Gleichförmigkeit nicht absprechen. Aber es gibt Schlimmeres. Deshalb Hut ab vor Frau Gray und ein hoffentlich glückliches Händchen bei der Auswahl der Singleauskopplungen, die ganz entscheidend für das Abschneiden des Albums sein werden.

Anspieltipps:

  • Speechless
  • Come together
  • It ain’t the money
  • Jesus for just a day
  • She ain’t right for you
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