Ginuwine - The Senior - Cover
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Ginuwine The Senior


  • Label: Epic/SONY
  • Laufzeit: 72 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

In den USA tummelt sich das neue Ginuwine-Werk „The Senior“ schon seit gut zwei Monaten in den Billboard-Charts. Jetzt kommen auch die deutschen Fans in den Genuss des inzwischen vierten Albums von einem der führenden Soul-Crooner.

Elgin Baylor Lumpkin, alias Ginuwine, wurde 1996 von R&B-Star Jodeci entdeckt. Mentor und Förderer des 1975 in Washington D.C. geborenen Sängers ist allerdings der Produzent Timbaland, mit dem er die ersten drei Alben seiner Karriere einspielte. Schon das Debüt „The bachelor“ (1996) enthielt mit „Pony“ einen absoluten Smash-Hit, der Ginuwine auch hierzulande bekannt machte. Seine CDs erlangten allesamt Multi-Platin-Status und etablierten den 27-Jährigen neben Größen wie R. Kelly, Montell Jordan und Usher in der Black-Music-Szene.

Konnte man schon beim Vorgänger „The life“ (2001) deutlich spüren, dass sich Ginuwine als Mensch und Künstler weiterentwickelt hatte, will der Soul-Star mit „The senior“ nochmals nachlegen: „Auf dieser Platte geht es um das Erwachsenwerden. Hier stehe ich, als augenscheinlich erwachsener Mann. Und trotzdem bin ich noch derselbe Mensch wie damals, als ich in diesem Business angefangen habe. Dieses Album bin ich - mehr als je zuvor“. Für die Produktion des Albums wurde traditionell die Creme der Creme amerikanischer R&B-Kreise verpflichtet. Doch, welch Überraschung: Ginuwines Kumpel Timbaland tritt erstmals nicht als Produzent in Erscheinung, was allerdings nur daran lag, dass er andere Verpflichtungen hatte und Ginuwine nicht mit der Produktion warten wollte. Für das nächste Album (Arbeitstitel: „Back to the basics“) ist Timbaland als Produzent aber wieder fest eingeplant. Doch keine Panik! Als Timbaland-Vertreter nahm sich „G“ der Dienste von Koryphäen wie Bryan Michael Cox (Usher, Janet Jackson, B2K), Troy Oliver, Scott Storch (Dr. Dre, Next, The Roots) und Troy Taylor (dem Macher von Tyrese's „Sweet lady“) an. Dazu gibt eine wahre Armada von Gast-Stars auf „The senior“ ihr Stelldichein. Als da wären: Snoop Dogg, Method Man, Solé, Fat Joe, P. Diddy, Tweet, Trina, Missy, Trick Daddy, Nas, sowie die US-TV-Stars „A.J.” (aus „106 & Park“) und „Tigga” (aus „Rap city: Tha basement“).

Die erste Single von „The senior” ist die fett groovende Club-Nummer „Hell yeah“ mit Gast-Rapper Baby (a.k.a. The Birdman), die von keinem geringeren als R. Kelly geschrieben und produziert wurde. Doch die ersten Töne des Albums gehören ganz anderen Zeitgenossen. Boxing-Animal Mike Tyson eröffnet das Werk mit ein paar netten Grüßen auf dem Anrufbeantworter von Herrn Lumpkin. Danach stimmt Snoop Dogg mit dem smoothen „(Niggas) Get ready“ die Fangemeinde auf über 70 Minuten Soul, Pop und R&B ein. Zu deren Highlights zählen das sinnlich-erotische „Sex“ (mit Saxophonist Jimmy Sommers), der funkige Slow-Jam „Those jeans“ und die gefühlvollen Balladen „Love you more“ und „Bedda to have loved“. Das Album enthält außerdem eine überraschend sentimentale Kollaboration mit Rapper Method Man, das Stück „Big plans“. Laut Ginuwine geht es in dem Song um einen Typen, der ein Mädchen heiraten möchte. Und er gesteht ihr, dass er große Pläne hat, wenn sie nur bei ihm bleibt: Ehe, Kinder und traute Zweisamkeit für immer. Zusammenfassend sagt Ginuwine über „The senior“: „Das bin einfach ich. Da sind immer noch die Love-Songs und die kleinen Anzüglichkeiten. Aber eben auch eine kantigerer Seite von mir. Ich will nicht besonders hart oder soft rüberkommen. Ich versuche einfach nur, ich selbst zu sein“, womit Ginuwine ein ziemlich exaktes Resümee seiner Arbeit abgibt.

„The senior“ bietet keinen albernen Kinder-R&B vom Schlage B2K. Es geht aber auch nicht todernst zu, was Quasi-Hörspiele wie „Locked down (The movie)“ beweisen. Vielmehr präsentiert sich Ginuwine als gereifter Künstler, dessen Album eine ausgewogene Mischung von Black-Music-Tracks darstellt, die zwar stellenweise etwas abwechslungsreicher gestaltet sein könnten, aber im Großen und Ganzen zu überzeugen wissen. Das Album richtet sich an eine, in unseren Breitengraden, eher überschaubare Zielgruppe von Soul- und R&B-Fans, da die überwiegend schwülstigen Songs kaum Crossover-Potenzial besitzen, um Fans anderer Lager hinzuzugewinnen. Doch die Rezension eines Soul-/R&B-Albums wendet sich ja auch nicht an Nu-Metal-Anhänger und umgekehrt.

Anspieltipps:

  • In those jeans
  • Hell yeah (Feat. Baby)
  • Love you more
  • Get ready (Feat. Snoop Dogg)
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