The Dandy Warhols - Welcome To The Monkeyhouse - Cover
Große Ansicht

The Dandy Warhols Welcome To The Monkeyhouse


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 48 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

"Welcome To The Monkeyhose" - Willkommen im Affenhaus und dazu eine Velvet-Underground-Banane sind die ersten Eindrücke vom neuen "The Dandy Warhols"-Album, dem Werk nach dem Hype um "Bohemian Like You". Wie vieles bei den Amerikanern wirkt das erst einmal ein wenig bizarr. Dabei ist die Frage doch so einfach: Gelingt es, ein Masterpiece wie den "Vodafone-Hit" zu wiederholen?

Die Musik ist dabei wieder mal irgendwo zwischen Glamrock und Pop wildernd, mit inzwischen leichten Anklängen an 80er-Bands wie Duran Duran, deren Ex-Mitglieder Nick Rhodes und Simon LeBon bei der Produktion mithalfen, genauso wie T-Rex-Produzent Tony Visconti, der sein Übriges für den Glam-Rock-Anstrich der Dandy-Musik tut. "We Used To Be Friends", das zweite Lied nach dem Intro "Welcome To The Monkey House" weiß schon mal überaus zu gefallen mit seiner sympathischen Schizophrenie zwischen exzessiven Rock 'n Roll und spaciger Falsett-Attitüde. Lieder wie "Plan A" oder "I Am Over It" liefern dann wieder die psychodelisch-repetiven Gesangeslinien von Courtney Taylor-Taylor, die man ja schon von Liedern wie "Mohammed" oder "Nietzsche" aus dem Vorgänger "13 Tales From Urban Bohemia" kannte. Leider verliert man sich inzwischen immer öfter in unnötigem Füllmaterial und elektronischem Geschwurbel, wie zum Beispiel das überflüssige "The Dope" beweist, das zwar drogenschwanger klingt und damit seinem Namen gereicht, aber eben alles andere als schön ist. Ähnlich überflüssig: "I Am Scientist" mit seinen Techno-Anklängen und minderbemitteltes Stückwerk wie "The Dandy Warhols Love Almost Everyone".

Glücklicherweise ist den Dandy Warhols aber auch auf dieser Platte nicht das Gespür für schöne Melodien und gutes Songwriting abhanden gekommen. Auch wenn es für das geniale "You Were The Last High", dem Highlight des Albums, schon mal Songwriting-Hilfe von Evan Dando braucht. Aus ausnahmslos eigener Feder stammen ebenfalls gelungene Lieder wie "Heavenly", die sich zwar eklektizistisch bei 30 Jahren Rock-Geschichte bedienen, aber das Ganze so charmant tun, dass man ihnen kaum wiederstehen kann. Insgesamt aber ist "Welcome To The Monkeyhouse" schwächer als sein Vorgänger. Das liegt - wie schon gesagt - daran, dass hier ein "Bohemian Like You" oder auch ein "Get Off" gänzlich fehlt und das Tempo auch im allgemeinen recht gedrosselt wurde. Das endet nicht selten in reiner Langeweile und wird dem großen Potenzial dieser Band, das zweifellos vorhanden ist, nicht gerecht. Im Großen und Ganzen beweisen die Amerikaner allerdings durchaus, das sie kein One Hit Wonder sind und liefern hier eine solide, brauchbare Platte ab, der es hier und da aber an Ambition und Geradlinigkeit fehlt.

Anspieltipps:

  • We Used To Be Friends
  • You Were The Last High
Neue Kritiken im Genre „Rock“
5/10

Black Laden Crown
  • 2017    
Diskutiere über „The Dandy Warhols“
comments powered by Disqus