Mogwai - Happy Songs For Happy People - Cover
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Mogwai Happy Songs For Happy People


  • Label: PIAS/ZOMBA
  • Laufzeit: 42 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Wie schön kann Musik eigentlich sein? Auf „Happy Songs For Happy People“, dem neuen Album der fünf Eigenbrötler Mogwai aus Schottland dominieren erneut faszinierende Klangwelten mit unglaublichen Melodien und einer Ästhetik, die ihresgleichen sucht.

Der Titel darf getrost als Fehlinformation gedeutet werden und leitet den Kunden eventuell in eine Falle. Denn wer als hipper Party-Mensch nur aufgrund der Ankündigung „Happy Songs“ zu diesem Werk greift, wird ein blaues Wunder erleben. Denn auf allen 9 Liedern, die sich auf „Happy Songs For Happy People“ befinden, dominiert vor allem eines: Todtraurigste Melancholie, Schwermut und Paranoia.

Harter Tobak, und dennoch sind die teilweise depressiven, mitreißenden Soundmalereien stets derart melodiös, dass man zum Beispiel bei „Hunted By A Freak“ den paranoiden Trip gerne mitmacht. Auf diesem magischen Opener folgt im Anschluss „Moses I Amn’t“, das mit Abstand traurigste, aber vielleicht gerade deshalb schönste Lied auf diesem wunderbaren Longplayer. Getragen von einer schwermütigen Keyboard-Linie schwelgt das Lied in Moll-Tonarten und fasziniert den Hörer jedes Mal aufs Neue.

„Kids will be skeletons“ ist dann zwar auch melancholisch, aber entwickelt durch einfachste musikalische Mittel gegen Ende hin eine derartige Euphorie, wie man sie nur sehr selten in der heutigen Musik zu hören bekommt. Und gerade solche Momente, wo man vor Glück weinen möchte, sind es, die Mogwai zu einer recht einmaligen Band machen.

Die musikalischen Mittel sind – wie gesagt – einfachster Natur. Auf Gesang wird – abgesehen von undeutlichem Synthesizer-Geplätscher, das entfernt an menschlichen Gesang erinnert – verzichtet, und dennoch erzählen Mogwai in jedem Lied mit ihrer Musik eine Geschichte und lassen Texte eigentlich sinnlos erscheinen. Für Tage wird man gefangen genommen von der Atmosphäre einer Platte voller kleiner Facetten, die ein großes Gesamtkunstwerk abgeben.

Gegen Ende geht zwar hier und da ein wenig die Puste aus und man könnte sich eventuell an fehlender Abwechslung stören. Geschmackssache dürfte der gesangs-freie Grundton ohnehin sein. Aber wer sich auf eine reine Instrumental-Platte einlassen kann, und wem auch die Sound-Experimente einer Band wie „Sigur Ros“ kein Fremdwort sind, der wird Mogwai ganz schnell in sein Herz schließen.

Anspieltipps:

  • Hunted By A Freak
  • Moses I Amn't
  • Kids Will Be Skeletons
  • Ratts Of The Capital
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