DJ Kayslay - The Streetsweeper Volume 1 - Cover
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DJ Kayslay The Streetsweeper Volume 1


  • Label: Columbia/SONY
  • Laufzeit: 79 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn ein bis dato gänzlich unbekannter Rapper bereits bei seinem Debütalbum eine Riege an hochkarätigen Gaststars und Co-Produzenten auffährt, dann ist klar, dass hier „das nächste große Ding“ geplant ist. Zwar ist es in der Rap- und HipHop-Szene an der Tagesordnung, Alben mit allerhand Kollaborationen aufzuwerten, doch was Keith Grayson, alias DJ Kayslay, auf seinem ersten Werk aufbietet, sucht seines Gleichen. Für die Produktion der zwanzig Tracks auf „The streetsweeper vol. 1“ holte sich der vierfach als „Best Mix-Tape DJ“ ausgezeichnete New Yorker beinahe die gesamte HipHop-Elite an Bord: Eminem, 50 Cent, Mobb Deep, Nas, Foxy Brown, Wyclef Jean, Fat Joe und Busta Rhymes sind nur einige der prominenten Gaststars auf Kayslays Longplayer. Produziert wurde „The streetsweeper vol. 1“ u.a. von Dr. Dre (Eminem, Xzibit, Mary J. Blige u.v.a.) sowie DJ Scratch, EZ Elpee (u.a. The Neptunes) und The Alchemist. Kayslay selbst übernahm die Rolle des Executive Producer.

DJ Kayslay gehört seit den frühen 90er-Jahren zu den angesagtesten professionellen Mix-Tape-Künstlern und hat in Szenekreisen bereits einige Duftmarken hinterlassen. Für die Großen der Branche, wie Eminem, LL Cool J oder Ruff Ryders gehört es seit Jahren zu einem Muss, auf den Mix-Tapes von Kayslay vertreten zu sein. Für die Ghetto Community haben die Tapes den Status eines „Ghetto-CNN“ erlangt, der die Szene mit den besten und neuesten Tracks versorgt. Dazu präsentiert Kayslay einmal pro Woche eine Radioshow („The drama hour“) auf dem New Yorker Sender Hot 97, sodass es nur eine Frage der Zeit war, wann ein Plattenlabel auf das Talent aufmerksam werden würde. Columbia Records machte das Rennen um den angehenden Star und präsentierte mit „50 shot ya“ sogleich eine Debütsingle mit keinem geringeren als 50 Cent im Schlepptau, dem, nach Eminem, zurzeit angesagtesten Rapper. Als nächste Single erscheint der funky groovende Track „Too much for me“, eine Zusammenarbeit von DJ Kayslay mit Nas, Baby, Foxy Brown und der R&B-Chanteuse Amerie. Mit dem Song soll nun auch das dazugehörige Album weltweit gebreakt werden.

DJ Kayslay setzt passend zu seiner Herkunft auf fetten HipHop mit derben Lyrics von der Strasse. Party-Tracks sind deshalb eher selten anzutreffen. Die Raps des Drama King, wie er sich selbst nennt, sind autobiographisch gehalten und erzählen von seinem Leben auf der Strasse. Zusammen mit hoffnungsvollen Nachwuchstalenten wie Cassidy, Poster Boy, Joe Budden, Bristal, J-Hood etc. und oben genannten Stars verbindet er mit den insgesamt über 50 beteiligten Artists auf „The streetsweeper vol. 1“ die Gangs von Eastcoast, Westcoast, Midwest & Down South, wofür der Song „The champions“ stellvertretend steht. Hier vereinigen sich Tony Touch, DJ Clue, Kid Capri, Doo Wop, Funkmaster Flex u.a. zu einem noch nie da gewesenen Gipfeltreffen. Kayslay selbst bezeichnet diese Kollaborationen folgendermaßen: „I'm a master of waking up the dead. I like to grab a hold of brothers who people kind of forgot about, that still have potential and the talent, but no one's willing to give them a chance. I like to be the groundbreaker for that“.

Zu den herausragenden Tracks von „The streetsweeper vol. 1“ zählen das atmosphärische Schlussstück „Put that thing down” (8-Ball, MJG & Jagged Edge), der Ladies-Only-Track „Seven deadly sins“ (Angie Martinez, Amil, Lady May, Vita, Duchess, Sonja Blade & Remy Martin), das ruhige „Purple haze“ (The Diplomats feat. Cam’ron), das auf einem Sample des Oldies „Too blind to see“ aufbaut, das mit einem türkischen Sample unterlegten „Get shot the fuck up” (Mobb Deep & Big Noyd), sowie das minimalistische „Freestyle“, auf dem Eminem neue Hasstiraden in Richtung JD und Canibus schickt. Im Prinzip findet jeder Rap- und HipHop-Fan etwas nach seinem Geschmack auf Kayslays Album. Doch die Gefahr des Ausverkaufs sieht der Meister darin nicht: “I'm not a industry nigger, I'm a nigger from the street in the industry who lost niggers in the street.”

DJ Kayslay reizt das CD-Format bis zum Anschlag aus und präsentiert auf fast 80 Minuten eine amtliche dicke-Hose-Produktion im Mix-Tape-Style, die sich absolut sehen lassen kann. Zwar geht dem Newcomer ein wenig die Attitüde des personifizierten Wahnsinns eines Eminem oder die bösartige Street-Credibility eines 50 Cent ab, doch das wird durch die zahlreichen Gastauftritte locker wettgemacht. Obwohl man einen Radiohit im Stile seiner prominenten Mitstreiter auf „The streetsweeper vol. 1“ vergebens sucht, ist dem New Yorker Schwergewicht ein respektables Debüt geglückt, das nicht nur den Kids gefallen dürfte, die den Hosenbund in der Kniekehle tragen.

Anspieltipps:

  • 50 shot ya
  • Freestyle
  • Purple haze
  • Too much for me
  • Seven deadly sins
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