Soundtrack - Charlie´s Angels: Full Throttle - Cover
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Soundtrack Charlie´s Angels: Full Throttle


  • Label: Columbia/SONY
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

In den 90er Jahren schlossen die großen Hollywood-Studios eine der wenigen Marktlücken, indem sie TV-Serien aus den 60er- und 70er Jahren in Form von High-Budget-Filmen auf die Kinoleinwand brachten. So begab sich Doktor Richard Kimble ein weiteres Mal auf die Flucht („The Fugitive“), Brian DePalma und John Woo bewiesen, was eine echte „Mission Impossible“ ist und das gar nicht mal so dynamische Duo Uma Thurman und Ralph Fiennes lieferten eine verunglückte Neuauflage von „Mit Schirm, Charme und Melone“ („The Avengers“) ab. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis auch die „Drei Engel für Charlie“ ihre Widerauferstehung erleben würden. Die Serie aus den Glam- und Glittertagen der Disco-Dekade, die uns Farrah Fawcett, Jacklyn Smith und Kate Jackson als Jill Munroe, Kelly Garrett und Sabrina Duncan bescherte, avancierte zum Kulthit in deutschen und amerikanischen Wohnzimmern und wurde anno 2000 mit Cameron Diaz, Drew Barrymore und Lucy Liu in den Hauptrollen erfolgreich für die Leinwand fit gemacht.

Drei Jahre später kehren die drei Ladies in „Charlie’s Angels: Full Throttle“ auf die Leinwand zurück. Wie es sich gehört, erscheint zu dem vorprogrammierten Blockbuster auch ein hitverdächtiger Soundtrack mit allerhand Starpower. So liefert etwa eine gewisse Alicia Moore, besser bekannt unter ihrem Künstlernamen Pink, einen exklusiven Beitrag ab, indem sie mit „Feel good time“ den ersten neuen Song seit ihrem Multiplatin-Album „M!sundaztood“ veröffentlicht. Das Stück, das auch als Single ausgekoppelt wurde, läuft bereits auf allen Musikkanälen auf Heavy-Rotation und stellt die ungewöhnliche Kombination von Madonna-/All-Saints-Hitlieferant William Orbit („Frozen“, „American pie“, „Pure shores“, „Black coffee“) und Slacker-Pop-Gott Beck Hansen („Loser“, „Sexx laws“) dar. Und so abnorm wie sich die Verknüpfung aus Produzent und Songwriter anhört, klingt der Song dann auch. Nicht so melodielastig wie die bisherigen Pink-Singles, dafür mehr Sound- und Rhythmus-orientiert wie die letzten Madonna-Produktionen.

Auch die allgegenwärtigen Nickelback liefern einen exklusiven Song ab, den sie in Gemeinschaftsarbeit mit Proll-Rocker Kid Rock produzierten. Zusammen versuchen sie sich an dem Elton-John-Klassiker „Saturday nights all right (for fighting)“, der durch den harten Nickelback-Gitarrensound und den akzentuierten Gesang von Herrn Rock deutlich an Power dazugewinnt. Nicht schlecht! Ebensolche Kollaborationen machen den Kaufanreiz für Soundtracks aus. Im Gegensatz dazu steuert das Arbeitstier David Bowie höchstselbst eine Neuaufnahme seines Footstompers „Rebel rebel“ bei, die im Vergleich zum Original aber blass bleibt. Um einige Ecken cooler kommt da schon der 70er-Disco-Groover „Danger! High voltage“ von Electric Six daher, der das ultimative John-Travolta-Feeling im Tanzbein weckt. Weiter geht die Zeitreise in die 80er und zu Bon Jovi, die uns ihren Megahit „Livin’ on a prayer“ präsentieren. Und wenn es schon um Hits geht, dürfen auch mal wieder die Evergreens von Journey („Any way you want it“), den Beach Boys („Surfer girl“) und Loverboy („Working fort he weekend“) ausgegraben werden. Und wem das nicht genug ist, der erfreut sich am Radiohit „A girl like you“ von Edwyn Collins, oder der grandiosen Reminiszenz an die später 80er-Jahre, als Rap zu Pop wurde und Eintagsfliegen wie MC Hammer mit „U can’t touch this“ Millionen von Platten verkauften.

Der letzte Exklusiv-Track kommt von Nas feat. Pharrell mit dem Neptunes-produzierten Stück „Nas’s angels... The flyest“. Damit kommt auch die HipHop-Fraktion auf ihre Kosten und zu einem Soundtrack, der zur Abwechslung mal wieder als gelungen zu bezeichnen ist. Stellt sich nur die Frage, wo die im Film gespielten Prodigy und deren Song „Firestarter“, ebenso wie die für den Soundtrack eingeplanten White Zombie („Thunder kiss 65“), „Wild thing“ von Tone Loc und Irene Caras „Flashdance… What a feeling“ abgeblieben sind. Platz hätte es auf der CD noch gehabt. Aber vermutlich scheiterte es an der Rechtsfrage. Sei’s drum. „Charlie’s Angels: Full Throttle“ sorgt als Film wie als Soundtrack für nette Kurzweil ohne große Ansprüche erheben zu wollen. Demnach gilt: Kann man sich kaufen/ansehen – muss man aber nicht….

Anspieltipps:

  • The Beach Boys – „Surfer girl“
  • Bon Jovi – „Livin’ on a prayer“
  • Loverboy – „Working for the weekend“
  • Pink Feat. William Orbit – „Feel good time”
  • Nickelback Feat. Kid Rock – „Saturday nights all right (for fighting)”
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