Black Rebel Motorcycle Club - Take Them On, On Your Own - Cover
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Black Rebel Motorcycle Club Take Them On, On Your Own


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 59 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Wann auch immer eine Band ein erstklassiges Debüt an den Mann bringt, wird sofort die Frage gestellt, ob es überhaupt möglich ist, dem grandiosen Einstand einen genialen Nachfolger folgen zu lassen. „difficult 2nd album“ nennt sich das dann. Im Falle des „Black Rebel Motorcycle Club“, der Anfang 2002 das vielleicht beste aller Alben der sogenannten Garagen-Retro-Rock-Bewegung veröffentlichte, erwartete man gar Ähnliches, wie es beispielsweise Oasis mit ihrem Zweitwerk gelang: Eine Offenbarung.

Ob „Take Them On, On Your Own” eine solche ist, kann bezweifelt werden, eines steht jedoch fest: Der Zweitling ist keinen Deut schlechter als das Debüt und bietet zahlreiche Neuerungen im Detail, die den Genuss dieser CD zu einem echten Erlebnis machen. War „BRMC“, das selbstbetitelte Debüt der Herren Turner (Bass, Gitarre, Gesang), Hayes (Gitarre, Bass, Gesang) und Jago (Drums, Percussion), noch an einigen Stellen ins allzu Psychodelische abdriftend und dem Schönklang hin und wieder nicht ganz zugeneigt, so reduzieren die drei auf ihrem Zweitwerk die Psycho-Momente auf ein Minimum.

Was heute im Vordergrund steht, sind ganz klar die Songs, die reinste Form des Rock n’ Roll. Schon der Opener (gleichzeitig die erste Single) „Stop“ kommt wie eine Dampfwalze daher, die dank pechschwarzem Bass und flächigen Gitarren eine ungemein atmosphärische Stimmung erzeugt. „Six Barrel Shotgun“ ist dann so etwas wie das Pendant zu „Whatever Happened To My Rock n’ Roll“ vom Erstling, nur mit dem kleinen Unterschied, dass er nicht durch psychodelisches Gequietsche in die Länge gezogen wurde. Überhaupt scheint hier einiges homogener als noch vor einem Jahr. Hymne reiht sich an Hymne (genial: „Generation“, „Suddenly“), ein Rock-Bastard jagt den nächsten.

Auch die leisen Töne kommen hier nicht zu kurz, sondern werden sogar noch verstärkt. Das an Interpol erinnernde „Shade Of Blue“ ist in Musik gegossene Nacht-Atmosphäre voller Schönheit und „And I’m Aching“ erinnert an die schönsten Balladen von Oasis. Überhaupt Oasis: Den selbsternannten Gönnern des BRMC werden die Drei immer ähnlicher, und das im positiven Sinne. Der Sound bei „We’re all in Love“ klingt dermaßen britisch, dass es eine wahre Freude ist.

Eine völlige Neuerfindung ist „Take Them On, On Your Own“ freilich nicht. BRMC treiben ihren Sound zur Perfektion und einzig im hinteren Teil des Albums wird es ein wenig schwächer. Mehr war eigentlich aber auch nicht zu erwarten. BRMC haben ihre Arbeit getan, jetzt liegt es an all den Strokes, Vines oder Libertines, nachzulegen.

Anspieltipps:

  • Stop
  • We're All In Love
  • Shade Of Blue
  • Suddenly
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