Serafin - No Push Collide - Cover
Große Ansicht

Serafin No Push Collide


  • Label: Columbia/SONY
  • Laufzeit: 42 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine Band aus England, die ein gewisser "NME", New Musical Express, in den Himmel lobt und als Mischung aus Jane's Addiction und Weezer preist: Das kann doch gar nichts werden. Ist der Rock 'n Roll heutzutage wirklich so einfallslos? Ist nicht jede neue Band, die auftaucht, nichts als ein plumper Versuch, die Lücke, die Nirvana hinterließen, irgendwie zu stopfen? Fast scheint es so. "Serafin" kommen aus England, werden ordentlich gehypt und liefern mit "No Push Collide" zwar ein rundum gelungenes Album ab, das eigentlich keine Schwächen hat, aber eben dann doch wieder auf dieser Teenage-Angst-Schiene fährt, die einem schon Nirvana und Konsorten auftischten.

Mischung aus Jane's Addiction und Weezer, hmm, so könnte man auch Nirvana umschreiben, aber die Presse tut es mit Serafin, einer aufstrebenden, englischen Newcomerband, die hier wirklich verdammt viel richtig macht: Der Einstieg mit dem atmosphärischen "Stephen's In The Sky", das plötzlich explodiert ist schon mal 1a, "Day by Day" werden wir als Single wieder sehen, und das völlig zurecht und "Things fall Apart" ist bereits eine solche: Ein Monster-Rocksong mit genialem Refrain.

Positiv fällt dabei das durchaus konstant hohe Niveau auf, auf dem sich Serafin verdingen. Sicher, stets stehen Depressionen heranwachsender im Vordergrund ("No Happy"), doch das alles wird in spannende, klug geschriebene und erstklassig abgemischte Lieder verpackt, die zwischen genial ("Numerical") und gehobenem Durchschnitt pendeln ("Green Disaster Twice"). Schlecht wird das nie, und erfreulicherweise ist das ganze auch Balladenfrei. Klingt irgendwie wie Bush in ihren besten Tagen. Oder wie Blackmail, wenn sie nicht aus Koblenz stammen würden. Jedenfalls sehr ansprechend.

Für die Ewigkeit ist "No Push Collide" natürlich nicht geschrieben und irgendwann nutzt es sich schon ab, was die vier Engländer um Sänger Ben Fox da präsentieren, aber für Freunde gediegener Rockmusik ohne Schnörkel liefern Serafin dieses Jahr eines der wenigen Werke ab, die wirklich zu überzeugen wissen. Und das, ohne einen Eigenständigkeitspreis zu gewinnen.

Anspieltipps:

  • Stephen's In The Sky
  • Day By Day
  • Numerical
  • Ordinarily Me
Neue Kritiken im Genre „Grunge“
10/10

In Utero (20th Anniversary Edition)
  • 2013    
9/10

Nevermind (20th Anniversary Edition)
  • 2011    
Diskutiere über „Serafin“
comments powered by Disqus