The Cooper Temple Clause - Kick Up The Fire And Let The Flames Break Loose - Cover
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The Cooper Temple Clause Kick Up The Fire And Let The Flames Break Loose


  • Label: RCA/BMG
  • Laufzeit: 53 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Des Wahnsinns fette Beute waren „The Cooper Temple Clause“, dieser Haufen verlauster Mittelklasse-Bengels aus Reading, England, eigentlich schon immer. Spätestens mit dem Release ihres Major-Debüts „See This Through And Leave“ sicherten sich die sechs Briten einen Platz im Olymp der wahnwitzig-melodischsten Alben, die je vom Vereinten Königreich auf die europäische Halbinsel überschwappten. Ein Album war das, wie ein sprudelnder Cocktail, der jederzeit zu explodieren bereit scheint und Songs enthielt mit provokanten, sich durchaus im eigentlichen Lied bestätigenden Parolen wie „Let’s Kill Music“.

Nachdem die Musik getötet wurde, konnte man sich ja erst einmal auf Tour den Allerwertesten abspielen und nebenbei an einem Album feilen, dass grundsätzlich noch besser als sein Vorgänger geworden ist. „Kick Up The Fire And Let The Flames Break Loose“ klingt anders, das ist auf jeden Fall festzustellen und nicht wie man vermuten hätte können, noch verkopfter und unmelodischer. Nein, im Gegenteil, der Spieß wurde umgedreht und der Schwerpunkt mehr in Richtung Songwriting gelegt. Und was für eines wird hier zelebriert! Gleich der Opener „Same Mistakes“ verbreitet mit seiner Refrain-Freiheit und seiner ständigen Steigerung eine ungeheure Spannung, die bis zum Ende aufrecht erhalten bleibt.

„Promises, Promises“, als erste Single eine Art Aushängeschild, schielt in eine ganz andere Richtung. Der für The Cooper Temple Clause-Verhältnisse recht konventionelle Rocksong tritt mächtig aufs Gaspedal und hat reichlich Hitpotenzial, ohne dabei auf Ecken und Kanten zu verzichten. Was „Kick Up The Fire And Let The Flames Break Loose“ bis zum Ende hin aber am meisten auszeichnet, ist seine bemerkenswerte Homogenität. Selten sind klare Abgrenzungen zwischen den Liedern auszumachen, selten beginnt ein Lied wie es aufhört. Langeweile kommt nie auf und Sänger Ben Gautrey stellt sein überaus talentiertes Organ noch stärker und besser zur Schau als auf dem Vorgänger. Der zwischen britisch-alkoholisiertem Pub-Gesang und melodischer Fast-Radiohead-Affinität pendelnde Bursche begeistert stets und sorgt für einige Überraschungen.

Der Wahnsinn ist aber auch auf der neuen Platte nicht gänzlich vertrieben worden. Das Schlussstück „Written Apology“ präsentiert sich zunächst als erstklassig verfasstes Stück Prog-Brit-Rock, ehe es fünf Minuten lang musikalisches Chaos in Reinkultur zelebriert. Da zirpt der Synthesizer, da werden Bass und Gitarre auseinander genommen und wieder zusammengeflickt und die Schlagzeugfelle bis aufs Extremste strapaziert. Am Ende bleibt eine überaus vielschichtige Platte, die etwas Zeit braucht und vielleicht auch Geduld und Nachsicht über den einen oder anderen Ausbruch ins allzu Uferlose. Im Großen und Ganzen ist sie aber als bestandene Reifeprüfung für eine Band zu sehen, die offenbar eine große Zukunft vor sich hat.

Anspieltipps:

  • Same Mistakes
  • Promises, Promises
  • Talking To A Brick Wall
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