DJ Quicksilver - Clubfiles: The Album - Cover
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DJ Quicksilver Clubfiles: The Album


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 65 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Doktor Motte, ick hör dir trapsen. Dancemusic hält Einzug in die Redaktion. Doch eine leichte Geburt ist was anderes. Denn Musik, die aus Plattenauflegen und Zusammenmischen anderer Leute Songs besteht, ist eine recht spezielle Sache. Sie findet in der Regel in Clubs und Discos, selten im Radio und ab und an auch in den Charts statt. Aber in dieser Redaktion gelegentlich bis gar nicht. Sei’s drum.

Einer der auserwählten DJ’s, der es mit seinen Tracks in die Charts geschafft hat, ist Orhan Terzi, alias DJ Quicksilver. Der 1964 in der Türkei geborene Künstler lebt seit über 30 Jahren in Deutschland, ist mittlerweile Familienvater und hat trotz seiner Erfolge nichts von seiner Bodenständigkeit verloren. Terzis Leidenschaft für Musik wurde in den frühen Siebzigern geweckt. Sein Interesse galt zunächst der von Jean Michel Jarre, Klaus Schulze und Kraftwerk geprägten elektronischen Musik, bis er dann auch später die Black Music und belgische Dance- und Trance-Produktionen für sich entdeckte. Zum Namen „Quicksilver“ kam Terzi, als er im Rahmen eines DJ-Wettbewerbs auftrat. Während seiner Performance schnellte die als Erfolgsbarometer aufgestellte Quecksilbersäule durch das Klatschen des Publikums ganz nach oben. Diese Anerkennung erfüllte ihn so mit Stolz, dass er fortan diesen Künstlernamen beibehielt. Mittlerweile wird er in einem Atemzug mit DJ-Größen wie Westbam, Carl Cox oder Sven Väth genannt und zählt zu den meistgebuchtesten und gefeiertsten DJ’s der Welt.

In Bochum ansässig, betrieb er dort jahrelang einen Plattenladen, der sich nach Gründung innerhalb kürzester Zeit zum Treffpunkt der Clubber und DJ’s entwickelte. Dort fand auch das erste Zusammentreffen mit dem Musikproduzenten Tommaso De Donatis statt. Diese Begegnung stellte Anfang 1995 die Weichen für die äußerst bemerkenswerte Karriere von DJ Quicksilver. Die beiden Musikbesessenen entschlossen sich zur Zusammenarbeit und seitdem ging es Schlag auf Schlag für das Erfolgsteam aus dem Ruhrgebiet. Charterfolge in Deutschland, als auch in England waren der Lohn für ihre Arbeit, die nun mit der dritten CD „Clubfiles: The album“ fortgesetzt wird.

Der fröhliche Reigen wird durch die Widerauferstehung des Jean-Michel Jarre All-Time-Klassikers „Equinoxe IV“ eröffnet. Das dynamische Duo Orhan Terzi und Tommaso De Donnatis hüllt das Stück auf unnachahmliche Weise in ein progressives und energetisch treibendes Soundgewand und trifft damit auf eindrucksvolle Weise den musikalischen Nerv der Discogänger. Die Beats hämmern monoton, die Synthesizer flirren und plötzlich setzt das vertraute „Equinoxe“-Thema ein. So werden Floorfiller geschaffen, ohne dass ein schwachsinniger „Sänger“ andauernd herumbrüllt, ob auch tatsächlich everybody auf selbigen versammelt ist. „Embrace“ wartet ebenso mit einer starken Hookline auf wie der Opener und steht auch dem nächsten Chartburner „Rising up“ in nichts nach. Mit diesem Track wurde ein zweiter, gleichsam interessanter Titel geschaffen, der die Clubs und Open Airs in Deutschland und Europa rockte und DJ Quicksilver in Lichtgeschwindigkeit an die Spitze der Dance-Charts in Deutschland katapultierte. „Rising up“ verarbeitet mit „Eye of the tiger“ das Soundtrackthema von „Rocky III“ und liefert eine heftige Mischung aus fetten Beats und schneidigen Gitarrenriffs. „New life“ und „Power of G.O.D.“ fungieren als extrem melodische Vorboten zum Übersong „Ameno“. Der Track stellt eindrucksvoll unter Beweis, dass es sich bei DJ Quicksilvers hohen Chartplatzierungen um keine Zufälle handelt. Für den Club-Renner „Ameno“, der in sämtlichen Dance-Charts Top-10-Positionen erreichte, bediente sich DJ Quicksilver bei der Produktion eines Samples der Platin-Single „Ameno“ der erfolgreichen Gruppe ERA. Der mystische Trance-Techno-Mix platzierte sich in den deutschen Top 20 der Media Control Charts und entwickelte sich auch international zu einem Hit.

Der ´95er Kult-Song „Boombastic“ von Knödelstimme Shaggy dürfte vielen noch aus dem Levis-Werbespot in Erinnerung sein. Mit diesem Song schaffte Shaggy den weltweiten Durchbruch. DJ Quicksilver destillierte daraus ein musikalisches Treffen der besonderen Art. Mit seinem Remake heizte er nicht nur dem tanzwütigen Partyvolk mächtig ein. DJ Quicksilver bewies mit dieser Produktion einmal mehr seinen Riecher für potenzielle Hits. Der treibende Beat und der prägnante Refrain sorgten dafür, dass „Boombastic“ in den Dance-Charts in den Top-Ten, sowie auf Rang 27 in den Top 100 der deutschen Verkaufscharts platziert war.

Neben den bekannten Charttoppern enthält „Clubfiles - The album“ weitere Dancefloor-Knaller erster Güte, die durch eine außergewöhnlich starke Produktion und ihre unnachahmliche Energetik bestechen. Doch Obacht! Genauso, wie sich das Album nur an Dance-Music-Fans richtet, kann eine Bewertung der Musik auch nur unter dem Aspekt eines Spartenprodukts erfolgen. Und genau in seinem Fachbereich liefert DJ Quicksilver eine erstklassige Zusammenstellung für alle Clubgänger und Zappelbudenbesucher ab, die natürlich absolut jeden Rockfan in die Flucht treiben dürfte. Aber um diese Spezies soll es ausnahmsweise mal nicht gehen. Mit „Clubfiles - The album“ wird das Haus nämlich auch gerockt – aber auf eine völlig andere Art.

Anspieltipps:

  • Ameno
  • New life
  • Rising up
  • Equinoxe IV
  • Boombastic – Feat. Shaggy
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