Finger Eleven - Finger Eleven - Cover
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Finger Eleven Finger Eleven


  • Label: Epic/SONY
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Aus dem kanadischen Barlington, am wunderschönen Ontario See stammt die Rockband Finger Eleven. Seit 1997 im Geschäft, veröffentlichten die Highschool-Freunde Scott Anderson (Vocals), James Black (Gitarre), Rick Jackett (Gitarre), Sean Anderson (Bass) und Rich Beddoe (Drums) zwei Alben („Tip“, 1997 und „The Greyest Of Blues Skies“, 2000), die zu Achtungserfolgen in ihrer Heimat und den USA avancierten. In diesem Jahr wurden Finger Eleven als Tourgäste von Ozzy Osbourne und Voivod auserkoren. Genau richtig, um ihr drittes, selbstbetiteltes Album zu promoten, das in knapp zweijährige Arbeit geschrieben und eingetütet wurde.

Heutzutage ist es eine absolute Seltenheit, wenn sich eine junge Band zwischen ihren Alben drei Jahre Zeit lassen kann. In der Regel üben die Labels auf ihre Acts dermaßen Druck aus, dass mindestens alle 12 – 15 Monate ein neues Werk in die Läden stehen muss. Nur so kann nach Meinung der hohen Herren in den Chefetagen die mühevolle Promotionarbeit beim Endverbraucher zünden. Bemerkenswert, dass auch Finger Eleven soviel Zeit eingeräumt wird. Schließlich bedienen die Kanadier mit ihrer Musik die stetig schrumpfende Fangemeinde des Nu- bzw. Alternative-Rock-Sektors. Doch so einfach wollen sich die Herren nicht in eine Schublade stecken lassen. Dazu Sänger Scott Anderson: „Wir sind nicht Nu Metal. Schlicht und ergreifend. Wir sind nicht „heavy“, nur um „heavy“ zu sein. Wir glauben nicht ans Rumschreien ohne Melodie. Und wir sind als Einzelpersonen auch keinesfalls deprimiert“.

Womit der Bursche zweifellos Recht hat. Trotz einiger Parallelen zu Genre-Kollegen, nerven Finger Eleven nicht mit der Weinerlichkeit eines Aaron Lewis (Staind), tiefer gestimmten Gitarren, ausgelutschten Rap-Parts oder wilder Experimentierfreude. „Finger Eleven“ präsentiert 12 moderne Rocksongs in einem zeitgemäßen Gewand aus treibenden Grooves, kraftvollen Vocals und fast schon klassischen (Nu-)Rock-Gitarren mit den so beliebten laut und leise Passagen. Wer sich also nicht all zu oberflächlich mit Finger Eleven beschäftigt, wird mit einem grundsoliden, von Johnny K (Disturbed) produzierten, Album belohnt, das mit atmosphärischen Halbballaden („Therapy“), hymnischen Rocksongs für das Musikfernsehen („Good times“), prächtigen Akustiksongs („One thing“, „Thousand mile wish“), Bass-betonten Groove-Rockern („Obvious heart“, „Stay in shadow“) und satten, ähem, Nu-Metal-Krachern („Other light“, „Complicated questions“) belohnt.

Selbst wenn das Songwriting nicht sonderlich spektakulär ausgefallen ist, beweisen die Musiker ihr Talent für ausgefeilte Melodien wohl dosierten Gitarreneinsatz. Sie bringen frischen Wind in ein vor sich hin dümpelndes Gerne, das eine Neubelebung so dringend nötig hätte. Finger Eleven machen einen Anfang und das ist gut so!

Anspieltipps:

  • Good times
  • Panic attack
  • Absent elements
  • Thousand miles wish
  • Complicated questions
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