Nickelback - The Long Road - Cover
Große Ansicht

Nickelback The Long Road


  • Label: Roadrunner/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 40 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

„The long road“ ist eine Platte für Menschen, die Musik nicht hören, sondern als Begleiterscheinung wahrnehmen.

Das neue Werk von Nickelback, den kanadischen Grunge-Göttern ist mal wieder ein Meisterwerk geworden. Ein Füllhorn an neuen, frischen Melodien verpackt in einer grandiosen Produktion, innovativ und anheimelnd zugleich, schlicht und einfach die Neuerfindung des Grunge. Eddie Vedder, Gavin Rossdale und Scott Stapp schauen auf zu Chad Kroeger, wie er auf einem von gewaltigen Wogen und Wellen umfesselten Felsen breitbeinig thront, das Geschlechtsteil nur von einer E-Gitarre verdeckt und flankiert von einer nicht weniger imposanten Rhythmuskapelle, die zu allem bereit ist, was der Rock'n'Roll 2003 noch an Herausforderungen bereithält.

„The long road“ heißt vielsagend das neue Album der Kanadier aus Vancouver und ist wieder einmal der Arschtritt, den sich die zahllosen Radiostationen so sehr erhoffen. Rock-Gott Kroeger, gnädiger Förderer und Züchter einer wahren Armee an Klonen seiner selbst („Default“, „Theory Of A Deadman“), hat ihn wieder geschrieben: Den R.O.C.K. – Song, den wir jetzt bis Weihnachten im Radio genießen werden. „Someday“ heißt dieses Monument von Song, stilsicher gegliedert in Strophe-Refrain-Strophe-Solo-Strophe-Refrain, wie es schon vor Monaten „How You Remind Me“ war. Auch das restliche Album ein wie gleißend heißes Öl runtergehender Rocksegen, Gesangslinien immer in der gleichen Stimmlage, auf dass der Radiohörer nicht erschreckt ward.

Aggressiv, wo es sein muss, aber nur bis zu dem Zeitpunkt, wo der nächste Refrain, die nächste Strophe vonnöten ist, und das ist immer sehr nah bei Nickelback. Die Kanadier haben in gewisser Weise den Rock revolutioniert. Sie bieten rein gar nichts Außergewöhnliches, nichts Spektakuläres, präsentieren nicht mehr als eine entkernte Melange aus den besseren Pearl Jam und alter Led Zeppelin-Breitbeinigkeit. Und doch haben sie geradezu erschreckenden Erfolg, der in dem Maße seinen Vorläufern Bush, Creed, Staind und auch Pearl Jam nicht vergönnt war. Den Grund dafür weiß wohl nur Chad Kroeger höchstpersönlich, dieser Jesus-Look-Alike, der unlängst zum hässlichsten Mann des Rockbusiness gewählt wurde. „The long road“ ist eine Platte für Menschen, die Musik nicht hören, sondern als Begleiterscheinung wahrnehmen. Nickelback schreiben perfekt produzierte Musik, die sich in den eingeschränkten Bahnen, in denen sie sich bewegt durchaus sehen lassen kann. Überraschen werden sie dadurch niemanden mehr.

Anspieltipps:

  • Someday
  • Throw yourself away
  • Flat on the floor
Neue Kritiken im Genre „Alternative Rock“
7.5/10

Singles (25th Anniversary Edition)
  • 2017    
Diskutiere über „Nickelback“
comments powered by Disqus