DMX - Grand Champ - Cover
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DMX Grand Champ


  • Label: Def Jam/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 79 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

DMX liefert ein konstant gutes Album ab und man bekommt gar nicht den Eindruck, dass dies sein letzter Solostreich sein soll.

„Das ist mein letztes Album! Die Plattenindustrie hat meine Liebe zum HipHop gestohlen. Die Industrie und ich gehen getrennte Wege.“ Mit diesen Worten sorgte Earl Simmons, alias DMX, bereits Ende 2002 für Aufregung unter den Rapfans. Und angeblich soll sein fünftes Soloalbum „Grand champ“ (ursprünglich angedachter Titel „It’s not a game“) auch wirklich sein letztes Soloalbum sein. Dabei landete doch bisher jedes Album des Rappers aus Baltimore, Maryland, in der Startwoche auf Anhieb auf der Pole Position der US Charts. Mit „Grand champ“ vollbrachte er ein weiteres Mal dieses Kunststück und stellte damit einen neuen Rekord auf. „It’s dark and hell is hot“ (1997), „Flesh of my flesh, blood of my blood“ (1998), „...And then there was X“ (1999) und „The great depression“ (2001) hießen die Alben, die jeweils Platinstatus erreichten, wobei letzteres sowohl bei Kritikern, als auch bei einigen Fans nicht ganz so gut ankam. Ob dies lediglich an der Abstinenz von Producer Swizz Beatz „The Monster“ lag, der sonst auf jedem DMX-Album mit mindestens einer Produktion vertreten war, ist unwahrscheinlich, dennoch vermisste man seine Partytracks auf dem Vorgängeralbum.

Dies wollte Darkman X mit seinem wohl letzten Werk wieder gut machen, um dann wieder anderen Dingen nachzugehen, wie seiner Schauspielerkarriere (wie zuletzt an der Seite von JetLi in „Born 2 die“) oder seiner Tätigkeit als Produzent für sein Label Bloodline. Swizz Beatz ist nun wieder an Bord und neben ihm mischten noch Roc-a-fella-produzent Kanye West (Jay-Z, Mos Def, Scarface), Tony Pizarro (2Pac, Outlawz, WC), Rockwilder (Method Man, Redman, Christina Aguilera), DJ Scratch (Busta Rhymes, Guru, LL Cool J) und Neu-Ruff-Ryder-Produzent Tuneheadz mit.

In einigen Songs bekommen Homosexuelle ihr Fett ab, so auch in „Dogs out“ und der von den Tuneheadz produzierten Single „Where the hood at“. So stellt er sich als der männlichste unter den Männern dar und reimt „I show no love, to homo thugs, empty out, reload and thow mo’ slugs, how you gon’ explain fuckin’ a man? Even if we squashed the beef, I ain’t touchin’ ya hand. I don’t buck with chumps, for those to been to jail. That’s the cat with the Kool-aid on his lips and pumps. I don’t fuck with niggaz that think they broads. Only know how to be one-way, that’s the dog!” Sehr harte Töne, die vielleicht für Wirbel in der Öffentlichkeit sorgen könnten, wie damals bei Eminem. In den Clubs wird der Song trotzdem weiterhin noch hoch und runtergespielt werden. Der Anfangstrack ist jedoch die Ghettohymne „My life“ mit Sängerin Chinky, dessen Anfang stark an Eminems „Sing for the moment“ erinnert. Der von Swizz Beatz produzierte Club-Hit „Get it on the floor“ samt schnellem, orientalisch angehauchtem Beat gehört zu den vielen Highlights. Die Teamarbeit zwischen den beiden fruchtet auch hier wieder einmal perfekt Für „Shot down“ engagiert DMX neben Ruff-Ryder-Mitglied Styles P. keinen geringeren als 50 Cent und zollt diesem darin auch gleich seinen Respekt „I remember fifty in a cipher when onyx was slamming. Now we meet again, it’s all good my nigga …“. Es ist auch nicht ungeschickt, sich mit dem zurzeit angesagtestem Rapper zu verbünden, vor allem wenn sie auch den gleichen Rapfeind, namens Ja Rule und Murder Inc. haben. Ein sehr düsterer Battle der drei auf hypnotischem Keyboard-Beat, in dem zugleich gegen Murder Inc. gefeuert wird, ohne jedoch jegliche Namen zu nennen.

Die einleitenden drei Wörter „I smell pussy“ zur nächsten Uptempo-Nummer „Bring the noize“, welche er dreimal hintereinander wiederholt, lieh er sich auch von 50 Cents gleichnamigen Underground-Hit aus, verwendet diese jedoch für einen weiteren Schlag gegen Homosexuelle. Auch sehr gut mithalten können die Hymne „We’re back“ zusammen mit den Ruff-Ryder-Kollegen Eve und Jadakiss und das Duett „We go hard“ mit Cam´Ron, in dem beide mit starken Flows auf Old-School-Samples auftrumpfen. Mit dem smootherem „A’ yo kato“ zollt DMX seinem verstorbenen Kumpel Kato Tribut. Den dazugehörigen Beat steuert erneut Swizz Beatz bei und verbindet dabei lateinamerikanische Klänge. Zusammen mit R&B-Diva Patti LaBelle nahm DMX den gospelartigen Track „Thank you“ auf, in dem er sich unter anderem bei seiner Frau bedankt. Genauso obligatorisch wie ein neues Rapgebet, welches wie immer ordentlich durchnummeriert wurde und damit folgerichtig „Prayer V“ heißt, ist ein Feature von Ex-Battle-Gegner und Bloodline-Schützling Big Stan, die seit dem Battle gegeneinander dicke Freunde geworden sind. Auf „Grand champ“ sind es sogar gleich zwei Tracks, nämlich „We ’bout to blow“ und „On top“. Die amerikanische Version von „Grand champ“ wäre hier auch schon beendet. Den deutschen Fans bietet DMX mit dem Bonus-Track „X gon’ give it to ya“ ein besonderes Schmankerl, wobei die meisten Fans diesen Song bereits besitzen dürften, sei es durch den Kauf der Single oder des „Cradle 2 the Grave“-Soundtracks. Leider wurde die Bonus-DVD „The dog is out“ bei der deutschen Version weggelassen.

Erneut liefert DMX ein konstantes Album ab und man bekommt gar nicht den Eindruck, dass dies sein letzter Solostreich sein soll, auch wenn die Fülle der Tracks erahnen lässt, dass er sein Bestes gegeben und viele gute Hits auf die Platte gepackt hat. Wir werden mit Sicherheit noch einige Features oder Soundtracktitel von ihm zu hören bekommen. Gespannt kann man nun auf die Reaktion diverser Homosexuellenbewegungen auf die Lyrics mancher Songs sein.

Anspieltipps:

  • My life
  • Where the hood at
  • Get it on the floor
  • Shot down
  • A’ yo kato
  • Thank you
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