Celine Dion - 1 Fille Et 4 Types - Cover
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Celine Dion 1 Fille Et 4 Types


  • Label: Columbia/SONY
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Allein die Tatsache, dass auf die Mithilfe unsäglicher US-Hitschreiber verzichtet wurde, gibt dem Album einen natürlicheren Touch.

In der Rezension zum Studioalbum „One heart“, im März diesen Jahres, wurde es bereits angekündigt: Celine Dions erstes französischsprachiges Album seit fünf Jahren. Und weil die Chanteuse noch weiß, was Disziplin bedeutet, steht es ein halbes Jahr später, pünktlich zum beginnenden Weihnachtsgeschäft, in den Läden. „1 fille & 4 types“ heißt es und fungiert als Nachfolger zum ´98er-Werk „S'il suffisait d'aimer“, das in punkto Charme und Kreativität das letzte einigermaßen überzeugende Werk der Kanadierin war.

Die vorangegangenen, englischsprachigen Alben „A new day has come“ (2002) und vor allem „One heart“ (2003) waren künstlerische Armutszeugnisse. Dazu gab es ein überflüssiges Weihnachtsalbum („These are special times“, 1998) und ein paar ebenso unnötige Best-Of- und Live-Aufgüsse („Au coer du stade“ und „All the way... A decade of song”, 1999, sowie „The collector's series“, 2000). Eine Vollbedienung für Dion-Fans und einer warmer Regen für den Geldbeutel der guten Celine, auch wenn die Verkaufszahlen der erfolgreichsten Sängerin der Welt seit „Let’s talk about love“ (1997) stetig zurückgingen.

Wie schon „D'Eux“ (1995) und „S'il suffisait d'aimer“ steht auch das neue Projekt „1 fille & 4 types“ unter der künstlerischen Leitung von Jean-Jacques Goldman, der die Diva mit der Idee überzeugte, drei der besten Songschreiber bzw. Komponisten Frankreichs für die Realisation zu verpflichten: Jacques Veneruso, Erick Benzi und den Gitarren-Virtuosen Gildas Arzel. Die drei Stimmen der Ausnahmekünstler begeleiten Celine Dion durch das gesamte Album, das von Erick Benzi produziert wurde.

Allein die Tatsache, dass auf die Mithilfe unsäglicher US-Hitschreiber wie Ric Wake, Max Martin oder Mark Taylor verzichtet wurde, gibt dem Album einen natürlicheren Touch. Zudem legt Celine Dion deutlich mehr Emotionen in die Interpretation der französischen Texte. Doch das alles kann auch nicht darüber hinweg täuschen, dass auch dieses Werk nur wenig Esprit versprüht und reichlich bieder daherkommt. Ganz selten lassen Songs wie das schwungvolle „Contre nature“ oder das keltisch angehauchte „Je lui dirai“, das ein wenig wie Enya auf Speed klingt, aufhorchen. Selbst wenn die erste Singleauskopplung „Tour l’or des hommes“ (... eine Botschaft der Liebe und der Hoffnung an die Welt, ein Appell an alle, sich zu lieben, trotz der furchtbaren Katastrophen, Dramen und Kriege, die die Welt zu zerreißen scheinen...) diesmal als geglückt bezeichnet werden kann, nachdem „I drove all night“ ein desaströses Fiasko war, plätschern die Songs nach einiger Zeit genauso belanglos wie ihre englischen Pendants vor sich hin. Zwar sind nicht alle Stücke gnadenlos auf Hitparade getrimmt (man höre nur das interessant instrumentierte „Ne bouge pas“ oder das atmosphärische „Tu nages“), doch unterm Strich geht Dion auch mit „1 fille & 4 types“ auf Nummer Sicher und präsentiert ein gefälliges Popalbum, allerdings ohne den grausamen Schmalz der englischen Vorgänger. Und das ist sogar sechs Punkte wert.

Anspieltipps:

  • Je lui dirai
  • Retiens-moi
  • Contre nature
  • Tour l’or des hommes
  • Rien n’est vraiment fini
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