Turbonegro - Party Animals - Cover
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Turbonegro Party Animals


  • Label: Burning Heart/SPV
  • Laufzeit: 50 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Lippenstiftverschmierte Jeansjacken und Halligalli-Drecksau-Faktor.

Für viele Turbofreunde wird der 9. Mai ein wahrer Festtag werden. Turbonegro melden sich mit „Party Animals“ zurück und fordern nach dem erfolgreichen Vorgänger „Skandinavien Lether“ ihren Platz in der Rock-Elite ein.

Für alle, die noch nie von Turbonegro gehört haben, hier noch mal eine kleine Kurzbeschreibung: Turbonegro, das sind sechs ständig vollgedröhnte Norweger, die sich nicht nur gerne schminken, sondern auch ausschauen als wären sie einem skandinavischen Avantgarde-Manga entspungen. Sie zelebrieren alles andere als politisch korrekten Glampunkrock und Sänger Hank von Helvete feuert öfters mal Feuerwerkskörper aus seinem Allerwertesten gen Himmel. Anstatt einem normalen Fanclub, können sie eine ganze Jugendbewegung namens Turbojugend mit Clubzweigstellen bis hin in die kleinsten Käffer Deutschlands und Skandinavien ihr Eigen nennen und sind nebenbei auch noch die Hauskapelle von MTV-Chaot Bam Margera.

Heuer appellieren die sechs mit „Party Animals“ erneut an unseren guten Geschmack. Die anstrengenden Monate auf Tour und ein ganzer Batzen Studiowerkelei sollen sich schließlich auch bezahlt machen. Doch leider bekommt man genau das geboten, was man sich nach dem Goldkind „Skandinavien Leather“ nicht gewünscht hätte, nämlich exakt das, was man erwartet hat. Songs wie „Blow me (like the wind)“ oder „Hot stuff, Hot shit“, deren Titel schon verraten, was die Stunde geschlagen hat: 12 Rocksongs in guter, alter Turbonegro-Manier. Nicht mehr und nicht weniger.

Mitgrölhymnen wie „City of Satan“ oder „All my Friends are dead“, die man nur im vollalkoholisierten Zustand erträgt, teilweise auch auf Grund Herrn von Helvetes geistigen Ergüssen in Form der inspirationslosen Texte („You think I'm fat, But its an optical illusion, You know I'm hot, It's just my chemical solution. So blow me, blow me like the wind, blow me, blow me once again..”.). Außerdem stehen Rock´n´Roll-Gassenhauer wie „Wasted again“ oder „High on crime“ auf dem Programm, die anfänglich noch entzücken, letztendlich doch eher zum Abschalten bewegen, sowie streicheruntersetztes Liedgut wie „Final warning“, das tatsächlich ein letzte Warnung an den Hörer darstellt, das auf dieser Scheibe nicht mehr viel passiert.

Natürlich rocken und rollen die 12 Songs ziemlich gut ab und sind mit Sicherheit eine nette Gelegenheit für angerauschte Festivalbesucher, mal richtig die Sau raus zu lassen, aber mehr traut man „Party Animals“ einfach nicht zu. Der überraschende Zauber von „Skandinavien Leather“ ist definitiv verflogen. „Kennste einen, kennste alle“.

„Party Animals“ ist über weite Strecken etwas langweilig und die lippenstiftverschmierten Jeansjacken und der Halligalli-Drecksau-Faktor reißen es auch nicht mehr raus. Man hätte sich einfach etwas mehr gewünscht, als den ganz gewöhnlichen Turbo-Alltag.

Anspieltipps:

  • City of Satan
  • Wasted again
  • All my friends are dead
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