Stereophonics - Language.Sex.Violence.Other - Cover
Große Ansicht

Stereophonics Language.Sex.Violence.Other


  • Label: V2 Records
  • Laufzeit: 43 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine starke Scheibe, an der sich nicht nur die Fans der Stereophonics erfreuen werden.

Als sich in Südwales drei Freunde dazu entschieden Musik zu machen, sollte dies der Grundstein für eine steile Musikkarriere sein. Die Sandkastenfreunde Kelly Jones (Gitarre, Gesang), Richard Jones (Bass) – nicht verwandt und nicht verschwägert – und Stuart Cable (Schlagzeug) hatten in ihrem Heimatort nicht gerade die größten beruflichen Chancen. Das einzige, was sie über Wasser hielt, war ihre Flexibilität. Kelly arbeitete als Markthändler, Manuskriptschreiber und sogar als Boxer. Richard als Gerüstbauer, Kohlearbeiter und Elektriker und Stuart als Bauarbeiter und Lieferant. Offensichtlich haben die Jungs Talent in den unterschiedlichsten Bereichen. Was liegt denn da näher als sich der Musik zu verschreiben? Eigentlich nichts. Doch der Weg bis zu ihrem jetzigen Erfolg war steinig. Sie probten als Teenager in Stuarts Schlafzimmer. Aber solange sie noch „The Tragic Love Company“ hießen, wollte sich kein Erfolg einstellen. Die Burschen brauchten einfach einen Namen, der nach etwas Großem klingt. Mit Stereophonics hatte man dann so einen gefunden, mit dem es aufwärts gehen sollte. Den Namen verdanken sie übrigens Stuarts Oma und deren Grammophon, dessen Markenname auf „Stereophonics“ lautete.

1996 unterschrieben sie bei Label V2 Records und sie tourten durch England und Europa. Ihre Mischung aus düsteren, depressiven Texten und fetzigem Gitarrenpop eroberte die Herzen der Menschen und sie konnten die ersten Erfolge verbuchen. Innerhalb eines Jahres standen sie mit internationalen Rockgrößen wie den Manic Street Preachers, Skunk Anansie und The Who gemeinsam auf der Bühne. 1997 erschien dann ihr Debütalbum „Word Gets Around“, das sich in den UK-Charts direkt auf dem 6. Platz einreihte. 1998 gewannen sie ihren ersten Brit-Award in der Kategorie „Beste neue Band“ und spätestens jetzt waren sie nicht mehr aus der Musikszene wegzudenken.

Wir schreiben jetzt das Jahr 2005 und die Jungs haben mit „Language.Sex.Violence.Other“ wieder eine neue Scheibe herausgebracht. Das neue Album steht für die Integration des neuen Drummers Javier Weyler und die allgemeine Veränderung des Bandsounds. Durch Javier Weyler klingt alles etwas glamouröser und man fühlt sich zeitweise an U2 erinnert. Seinen Wurzeln ist das Trio aber nicht untreu geworden. Schließlich weiß es ganz genau, was die Fangemeinde von den Stereophonics erwartet. Selbst wenn anno 2005 alles etwas glamouröser klingt, der typische Klang der Waliser ist nicht auf der Strecke geblieben. Die Songs rocken und irgendwann ist es wie immer: man kommt von dem Sound einfach nicht mehr los. Man lässt sich treiben und fragt sich, warum es nicht noch mehr solche Bands gibt.

Besonders auffallend sind die Songs „Doorman“, „Girl“ und „Rewind“. Letzteres rockt zwar nicht im eigentlichen Sinne, klingt aber stark nach U2’s „Desire“. Von daher verdient es eine Erwähnung. „Girl“ ist ein mit knapp zwei Minuten Spielzeit kurzer, aber lauter Kracher, währenddessen „Doorman“ mit fast vier Minuten genau die richtige Spielzeit hat. Hier lassen sich auch leichte Verwandtschaften zu Oasis heraushören. Ob gewollt oder nicht, dem Lied tut es gut. Ein weiterer Song, der die neue Band-Ausrichtung verkörpert, ist „Dakota“. Der Track weckt Erinnerungen „Beautiful Day“ (ebenfalls von U2), allerdings ohne den Bombast der Iren aufzufahren.

„Language.Sex.Violence.Other“ ist eine starke Scheibe, an der sich nicht nur die Fans der Stereophonics erfreuen werden, sondern alle, die auf gut gemachten Gitarrenpop stehen. Der Sound der Waliser hat sich hörbar verändert, was hervorragend zu den neuen Songs passt und der Band ganz sehr gut tut.

Anspieltipps:

  • Girl
  • Rewind
  • Doorman
Neue Kritiken im Genre „Rock“
Diskutiere über „Stereophonics“
comments powered by Disqus