Sepultura - Dante XXI - Cover
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Sepultura Dante XXI


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Über 20 Jahre sind Sepultura nun schon im Geschäft und damit wohl eine der dienstältesten Heavy-Metal-Bands Südamerikas.

Mit ihrem zehnten Album „Dante XXI“ gehen die brasilianischen Metal-Pioniere von Sepultura neue Wege, indem sie sich von dem Versepos „Die göttliche Komödie” aus dem 14. Jahrhundert inspirieren lassen. Dabei handelt es sich um das bekannteste Werk des italienischen Dichters Dante Alighieris (1265 – 1321). Es besteht aus drei Teilen: Inferno (Hölle), Purgatorio (Fegefeuer) und Paradiso (Paradies). Der Erzähler berichtet darin in der Ich-Form von seiner Reise durch die drei Reiche der Toten und von diversen bekannten Persönlichkeiten der damaligen Zeit, die er auf der Reise antrifft. Sepultura greifen diese Geschichte auf und transportieren sie mit ihren Songs/Texten in die Jetztzeit. Damit steht fest: „Dante XXI“ ist ein reines Konzeptalbum.

Über 20 Jahre sind Sepultura nun schon im Geschäft und damit wohl eine der dienstältesten Heavy-Metal-Bands Südamerikas. Mit ihren großartigen Alben „Arise“ (1991), „Chaos A.D.“ (1993) und „Roots“ (1996) schrieb das Quartett internationale Metal-Geschichte. Dann zerbrach die Beziehung zu Sänger Max Cavalera und die Band begann mit Nachfolger Derrick Green künstlerisch zu straucheln. Die anschließenden Werke wurden zunehmend kritischer beäugt, während Max Cavalera mit seiner neuen Band Soulfly gefeiert wurde. Es ist also langsam an der Zeit, dass die Jungs aus dem 10-Millionen-Einwohner-Moloch Sao Paulo zurückschlagen und an alte Großtaten anknüpfen!

Das tun Andreas Kisser (Gitarre), Derrick Green (Gesang), Paulo Xisto (Bass) und Igor Cavalera (Drums) mit „Dante XXI“, einem elf Songs umfassenden Todestrip, der standesgemäß mit einem infernalischen Drum- und Gitarrengewitter eingeleitet wird („Dark wood of error“). Derrick Green kläfft und brüllt wie der Teufel persönlich und gibt die Marschrichtung für die nächsten 39 Minuten unmissverständlich vor: Ohne Unterlass wird dem Hörer eine Gitarrensalve nach der anderen um die Ohren gehauen. Die Double-Bass knüppelt und schwingt sich zu neuen Geschwindigkeitsrekorden auf („City of dis“). Zum Verschnaufen ist da wirklich keine Zeit.

Zwar nehmen die Brasilianer bei „Fighting on“ kurzzeitig das Tempo raus und tauschen ratternde Speed-Gitarren gegen düster stampfende Grooves, doch schon mit dem durch Geigenklänge verzierten „Ostia“ wird langsam wieder Fahrt aufgenommen, die sich in „Buried words“ und „Crown and miter“ – unterbrochen von den futuristischen Groovern „Nuclear seven“ und „Repeating the horror“ – amtlich entlädt. Mit dem finalen „Still flame“, einem geheimnisvollen Mönchsgesang mit Orchestereinlage , wird das „Dante XXI“-Klanggewitter dann stilvoll ausgeläutet. Sepultura kehren zwar nicht zu ihren Wurzeln zurück, entwickeln sich mit diesem Album aber eindeutig in die richtige Richtung.

Anspieltipps:

  • Ostia
  • City of dis
  • Fighting on
  • Nuclear seven
  • Convicted in life
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