Skid Row - Revolutions Per Minute - Cover
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Skid Row Revolutions Per Minute


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 38 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Album für einen promilleträchtigen Abend bei Freunden.

Wem wollen Skid Row eigentlich noch etwas beweisen? Während die Band Ende der 80er Jahre mit ihrem selbstbetitelten Debüt und einer Tour mit Bon Jovi auf sich aufmerksam macht und den Nachfolger „Slave to the grind“ (1991) an die Spitze der amerikanischen Billboard-Charts unterbringen kann, interessieren sich für das dritte Machwerk der Hardrocker aus New Jersey, namens „Subhuman race“ (1995), nur mehr ein Bruchteil der Anhänger. Die Truppe löst sich auf, unter ihnen Sänger Sebastian Bach, der mit seinem anschließenden Soloprojekt nicht besser abschneidet. Die anderen, übriggebliebenen Mitglieder formieren Ozone Monday, nennen sich kurze Zeit später allerdings wieder Skid Row. Mit dem neuen Sänger Johnny Solinger an Bord, mit dem sie die Platte „Thick skin“ (2003) aufnehmen, erleiden sie eine Bruchlandung.

Dennoch treffen sich Rachel Bolan (Bass, Perkussion), Scotti Hill (Gitarre), Snake Sabo (Gitarre), Dave Gara (Schlagzeug) und eben Solinger am Mikro drei Jahre später erneut um „Revolutions per minute“ einzuspielen. Das Ergebnis lässt gleich mehrere Fragen aufkommen: Wieso hat es die Truppe nicht einfach nach dem kommerziell enttäuschenden „Subhuman race“ belassen? Wieso musste eine künstlerische Bankrotterklärung wie „Thick skin“ her? Wen soll das Material auf „Revolutions per minute“ ansprechen außer ein paar extrem hartgesottene Fans? Fragen über Fragen, die sich die Band wahrscheinlich nicht einmal selbst beantworten kann.

Innerhalb von nicht ganz 38 Minuten purem 90er-Jahre-Feeling schrammeln Hill und Sabo an ihrer Gitarre herum, bearbeitet Gara sein Drumkit, sorgt Bolan für den passenden Unterbau und schreit, grölt und krächzt sich Solinger die Seele aus dem Leib, ohne jegliche Konventionen zu sprengen oder gar anzutasten. Um zumindest ein wenig Abwechslung in das Geschehen zu bringen, streifen Skid Row mehrere Genres wie Country („You lie“), irischen Punkrock („When god can´t wait“) oder (wie in den meisten Fällen) bierseligen Stadionrock („Shut up baby, I love you“, „Strength“, „White trash“), der auch mal heftiger ausfallen kann („Disease“). Mit gelegentlich obszönem Wortwitz wie z.B. in „White trash“ oder „Another dick in the system“ und dem (zugegeben) gelungenen Genre-Mischmasch wird daraus bestenfalls ein Album für einen promilleträchtigen Abend bei Freunden.

Anspieltipps:

  • You Lie
  • White Trash
  • Love Is Dead
  • When God Can´t Wait

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