Ash - Meltdown - Cover
Große Ansicht

Ash Meltdown


  • Label: EastWest/WEA
  • Laufzeit: 42 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Aufpassen, liebe jungen „Ash“-Fans: Es besteht keinerlei Grund, am Sinn der Welt zu zweifeln und Drohbriefe zu verfassen: Das neue Album von „Ash“ ist keineswegs zum Metal konvertiert und es gibt weiterhin einen durchaus ernst zu nehmenden Unterschied zwischen „Ash“- Fronbeau Tim Wheeler und Manowars Joey DeMaio. Das Cover von „Meltdown“ sieht zwar aus wie das Bandemblem der bös guckenden Metalcombo von nebenan, die Musik hingegen ist im wesentlichen gleich geblieben: Frisch riechender, sonnendurchflutender Pop mit Stromgitarren und auch inhaltlich dreht sich wieder viel um den Sex, bös-äugige Frauen und Vampir-Liebe.

Gut, man kann auf „Meltdown“ schon eine Weiterentwicklung gegenüber dem letzten Studioalbum „Free All Angels“ feststellen: Die Songs sind knackiger, insgesamt eine gewisse Spur härter (vor allem das fast schon dem Nu-Metal verfallende, und trotzdem gute „Clones“), ohne dabei jedoch dieses gewisse „Ash“-Feeling zu verlassen, das sich in Songzeilen wie „I Need The Sunshine In The Morning“ äußert, außen vor zu lassen. Weiterhin zu bewundern ist das präzise-knackige Drumming von Rick McMurray, der sich schon wie ein kleiner Dave Grohl anhört, sowie die zahlreichen Soli, die wohl irgendwie das Metal-Cover rechtfertigen wollen, aber insgesamt doch scheitern und einfach nur Pop sind.

Ja, „Meltdown“ ist eine gute Platte. Auch wenn hier dermaßen enzyklopädisch Raubbau an den letzten 10 Jahren Rockmusik betrieben wurde, wie selten zuvor. Da werden ganze Songanfänge geklaut („Renegade Cavalcade“ und der berühmte Nirvana-Song, den der liebe Hörer gerne selbst wiedererkennen möge) und jedes zweite, ja nahezu jedes Riff scheint schon irgendwo einmal bei Bands wie Weezer oder Supergrass vorbeispaziert zu sein. Im Grunde genommen ist das allerdings Wurst, da es Tim Wheeler hier einmal mehr und wohl am besten in seiner Karriere verstand, diesen Ideenklau durch knackigen Songaufbau und viel positive Energie zu kaschieren. Daraus resultiert ein Album, das Spaß macht und das eigentlich die perfekte Sommerplatte wäre, wenn es da nicht dieses unsägliche Metal-Cover geben würde, das schon ein bisschen ärgerlich ist. Sei’s drum: „Meltdown“ ist leichte Kost als Alternative zu all den Radioheads, Mars Voltas und Archives, die einem doch eh nur die Laune verderben. Prost!

Neue Kritiken im Genre „Rock“
5.5/10

Songs Of Experience
  • 2017    
Diskutiere über „Ash“
comments powered by Disqus