Trouble - Simple Mind Condition - Cover
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Trouble Simple Mind Condition


  • Label: Escapi Music/EDEL
  • Laufzeit: 46 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Dass das Album praktisch für mehrere Jahre im Giftschrank lag und es Streitereien zwischen Band, Plattenfirma und Produzent Vincent Wojno gegeben hat, merkt man den Songs zum Glück nicht an.

So häufig wie die Veröffentlichung dieser Platte immer und immer wieder verschoben wurde, ist es eigentlich ein Fall für das Guinness-Buch der Rekorde – wäre das Ganze nicht so ärgerlich. Vermutlich hat sich das kleine Label Escapi Music gedacht, dass die Fans der Doom-Metal-Legende namens Trouble jetzt schon seit 12 Jahren (!) auf ein neues Studioalbum ihrer Götter warten, da können ein paar Monate hin oder her auch nicht wirklich schaden.

Das Problem an dem amateurhaften Späßchen ist, dass in den meisten Print-Magazinen die (durchweg gut ausgefallenen) Reviews von „Simple Mind Condition“ schon vor Monaten zu lesen waren, ohne dass das Album irgendwo erhältlich war. Und dann steht es plötzlich von heute auf morgen in den Regalen und keiner merkt es so richtig. Leute, da kann einem schon mal die Lust vergehen. Aber egal. Jetzt ist der langersehnte Nachfolger des Psychedelic-Doom-Meisterwerks „Manic Frustration” (1992) und der Kiffer-Scheibe „Plastic Green Head“ (1995) endlich da, die in 12 Jahren immer weiter nach hinten in den Plattenschrank geschoben wurden, nun aber entstaubt und poliert werden müssen, denn es gibt würdigen Nachwuchs!

Was die Jungs aus Chicago auf ihren letzten Alben und nun auch auf „Simple Mind Condition“ positiv von der breiten Masse abhebt, ist, dass sie einfach mehr Gas geben und keinen zähen Doom-Beton anrühren, der irgendwann die Ohren verklebt und nur mit ordentlich Dope im Schädel erträglich ist. Das Quintett würzte ihren Sound nämlich schon früher mit metallischen Elementen und setzt heuer auf klassischen 70er-Jahre-Rock á la Deep Purple und Led Zeppelin – nachzuhören in Stücken wie „Pictures of life“, „Ride the sky“ und „Trouble maker“. Das erlaubt von einer Weiterentwicklung zu sprechen, denn wo der Hörer in der Vergangenheit vom derben Riff-Panzern überrollt wurde, stehen nun zarte Melodiepflänzchen, die nur geringen Doom-Behandlungen unterzogen wurden („After the rain“).

Dass das Album praktisch für mehrere Jahre im Giftschrank lag und es Streitereien zwischen Band, Plattenfirma und Produzent Vincent Wojno gegeben hat, merkt man den Songs zum Glück nicht an. Das Material ist nämlich so klassisch gehalten, dass es praktisch gar nicht altern kann. Da heißt es auf jeden Fall zugreifen!

Anspieltipps:

  • Goin’ home
  • Ride the sky
  • Mindbender
  • Pictures of life
  • Trouble maker
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